, 12.05.2020

Der Spiele-Betreiber Epic Games hat am Montag einen 9-jährigen Spieler, der unter dem Gamer-Namen Zenon bekannt ist, für vier Jahre für Fortnite-Wettkämpfe gesperrt. Der für sein außergewöhnliches Spielgeschick bekannte brasilianische Junge hatte an hoch dotierten Turnieren teilgenommen, ohne das Mindestalter hierfür erreicht zu haben.

 

Keine Turniere unter 13 Jahren

 

In der Vergangenheit soll Victor Hugo alias Zenon bereits mehrfach an bezahlten Turnieren teilgenommen haben. Nach Medienberichten soll er zwar einen Vertrag mit dem E-Sport-Team Detona Gaming haben, für Turniere, bei denen auch Geldpreise ausgeschüttet werden, ist er allerdings zu jung.

 

Für Fortnite-Turniere gilt ein Mindestalter von 13 Jahren. Daher wurde das Fortnite-Wunderkind nun für ganze 1.460 Tage für den Arena-Modus gesperrt. Er kann damit weder an Turnieren teilnehmen, bei denen Preise ausgeschüttet werden, noch an unbezahlten Wettkämpfen.

Fortnite stand in Sachen Jugendschutz immer wieder in der Kritik. In Deutschland hat die im Einzelhandel erhältliche Fassung mit dem kooperativen Save-the-World-Modus eine Altersfreilassung ab 12 Jahren erhalten. Der kompetitive Battle-Royale-Modus ist seit 2019 ab 12 Jahren freigegeben. Brasilien sieht ebenfalls eine Beschränkung bis zum Alter von 12 Jahren vor.

 

In den Medien wird Fortnite aufgrund seiner Beliebtheit bei Kindern und Jugendlichen häufig kritisiert. Das Spiel verharmlose Gewalt, führe zur Vernachlässigung anderer Freizeitaktivitäten und enthalte In-Spiel-Käufe.

Fans fordern „Freiheit“ für Zenon

 

Bei Fans und Fortnite-Influencern stieß die Nachricht von der Sperre des jungen Gamers vielfach auf Unverständnis. Auf Twitter wurde der Hashtag #FreeZenon (Link auf Englisch) erstellt, mit dem Zenon Unterstützung erhalten soll.

 

Vor allem die Reaktion des Jungen sorgte für Unmut gegenüber dem Herausgeber Epic Games. In seinem Stream zeigt sich der Brasilianer als Reaktion auf die Sperre in Tränen aufgelöst und seinen Vater umarmend.

 

Ein Nutzer schrieb daraufhin:

„Warum ein Spiel entwickeln, das deutlich auf Kinder abzielt und sie dann nicht spielen lassen?“

Vielfach kritisiert wird die Entscheidung, Zenon für alle Wettkämpfe zu sperren. Viele Fans sind der Ansicht, Epic Games könne Zenon für dotierte Turniere ausschließen, ihn aber immer noch generell für Wettkämpfe zulassen.

 

Gegenstimmen beharren jedoch auf den Jugendschutz und auf dem Mindestalter für das Spiel und die Turniere. Ob eine besondere Begabung für das Game vorliege oder nicht, könne nicht ausschlaggebend sein.