, 02.07.2021

Die österreichische Finanzpolizei greift weiter hart gegen illegale Glücksspielbanden durch. Nachdem bereits in der vergangenen Woche bundesweit mehrere Razzien durchgeführt worden waren, ist den Strafverfolgern am Mittwoch erneut ein Schlag gegen das illegale Glücksspiel gelungen.

 

In Wiener Stadtteil Ottakring durchsuchten Beamte ein Lokal und stellten dort allein 18 Spielgeräte sicher. Bei der Zahl der illegalen Automaten an einem Ort handele es sich um einen „Rekordfund“, wie das Bundesministerium für Finanzen mitteilte.

Ende Juni waren die Behörden in der Region Wels mit Hausdurchsuchungen aktiv und hatten dabei in einer Lagerhalle 750 illegale Spielautomaten sichergestellt. Auch Waffen, Bargeld und Dokumente, die auf Betrugsstraftaten hinwiesen, seien bei der Razzia gefunden worden.

Laut Finanzminister Gernot Blümel, gegen den im Zusammenhang mit vermeintlich illegalen Spenden des Glücksspielriesen Novomatic ermittelt wird, sei zuletzt zu beobachten gewesen, dass sich „mafiöse Strukturen mit illegalen Spielhöllen“ in Wien ausgebreitet hätten.

 

Millionen-Strafe gegen illegale Betreiber möglich

 

Gegen die Betreiber des illegalen Spiellokals werde nun wegen illegalen Glücksspiels, Nichteinhalten des Rauchverbots, Stromdiebstahls und Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen ermittelt.

 

Der Strafrahmen könne sich für die Tätergruppe aus Griechenland wegen wiederholter Taten auf bis zu 60.000 Euro pro Spielgerät belaufen, erklärte das Bundesministerium für Finanzen (BMF). Die Gesamtstrafe könnte also weit über der Millionengrenze liegen.

 

Zum kriminellen Geschäft mit dem Glücksspiel erklärte Finanzminister Blümel weiter:

„Dabei werden nicht nur sämtliche Abgaben und Steuern hinterzogen, sondern das illegale Glücksspiel findet unkontrolliert und ohne Spielerschutz an oftmals manipulierten Automaten statt. Besonders gefährlich ist dabei die fatale Kombination aus Drogen und Glücksspiel sowie die Begleitkriminalität.“

Mit den Geschäften im Lokal in Wien-Ottakring ist es für die Verdächtigen nun vorbei. Die Polizei habe die Einrichtung im Zuge der Razzia geschlossen, amtlich versiegelt sowie die Schlösser ausgetauscht. Zudem habe Wien Energie die Stromzufuhr demontiert und die Spielautomaten seien von der Polizei abtransportiert worden, teilte das BMF mit.

 

Die Finanzpolizei, so Blümel, werde auch weiterhin zusammen mit der Polizei gegen illegales Glücksspiel kämpfen.

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