, 01.07.2020

Das norwegische Kulturministerium plant, die Glücksspiel-Gesetzgebung im Land zu vereinfachen. Medienberichten zufolge sollen dazu die drei bestehenden Gesetze zu einem zusammengeführt werden. Eine Konsultation soll die Meinungen der verschiedenen Interessengruppen zu den Vorschlägen ermitteln.

Die norwegische Glücksspiel-Gesetzgebung besteht aktuell aus drei verschiedenen Gesetzen, dem Glücksspiel-Gesetz von 1992, dem Lotterie-Gesetz von 1995 und dem Totalisatoren-Gesetz aus dem Jahre 1927.

Ineffizienzen beseitigen

 

Das neue Gesetz habe zum Ziel, die Regulierung von Glücksspiel im Land effizienter zu gestalten. Die derzeitige Aufteilung des Glücksspiel-Sektors auf drei separate Regierungsstellen stünde dem im Wege, so der norwegische Minister für Kultur und Geschlechtergleichstellung, Abid Raja:

Der Zweck der Gesetzesvorlage besteht darin, die Standards für verantwortungsbewusstes Spielen zu verbessern und Probleme und andere negative Folgen des Glücksspiels zu vermeiden. […] Wir möchten weiterhin, dass freiwillige und gemeinnützige Zwecke von den Gewinnen profitieren, die das Glücksspiel generiert, und das Gesetz erleichtert dies, fordert aber gleichzeitig von Norsk Tipping mehr Effizienz.

Festigung des Monopols und einheitliche Steuerung

 

Folgende Vorschläge seien im Gesetzesentwurf enthalten:

 

  • Die Anbieter Norsk Tipping und Norsk Rikstoto sollen weiterhin die alleinigen Rechte am Glücksspiel im Land behalten. Beide Anbieter sollen von der Regierung überwacht werden.
  • Das Kulturministerium [Seite auf Norwegisch] soll alle Glücksspiele im Land überwachen, einschließlich des Pferderenn-Sektors, der aktuell vom Ministerium für Landwirtschaft und Lebensmittel kontrolliert wird.
  • Ausländische Anbieter dürften weiterhin nicht in Norwegen operieren.
  • Neue Werberichtlinien zum Schutz von Kindern und Problemspielern sollen eingeführt werden.
  • Anbieter sollen hinsichtlich verantwortungsvollen Handelns und der Durchsetzung von Maßnahmen gegen Kriminalität regelmäßig überprüft werden.
  • Die Konsultation soll darüber hinaus ermitteln, ob Lootboxen in Videospielen gewünscht seien, und ob sie entsprechend gesetzlich geregelt werden sollten.

 

Die Vorschläge seien dem norwegischen Parlament vorgelegt worden. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte dies die Monopolstellung der norwegischen Anbieter weiter verfestigen. Diese stößt immer wieder auf Widerstand, so etwa seitens der norwegischen Branchenvertretung für Online-Glücksspiel, die eine Öffnung des Marktes fordert.

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