, 23.11.2021

Der Niederländer Erwin van Lambaart ist der zukünftige Generaldirektor der Casinos Austria AG (CASAG). Dies verkündete der Glücksspielanbieter nach einer Sitzung des Aufsichtsrates am Montag. Damit hat die Suche nach einem Nachfolger für die bis April 2022 amtierende Chefin Bettina Glatz-Kremsner ein Ende gefunden.

 

Van Lambaart werde Mitte März kommenden Jahres in den CASAG-Vorstand einziehen und ab 1. April 2022 die Position des Generaldirektors übernehmen. Er ist seit 2016 CEO der staatlichen Holland Casino, die in den Niederlanden 14 Casinos betreibt. Darüber hinaus zählt das Unternehmen zu den ersten zehn Anbietern, die von der Glücksspielkommission eine Lizenz zum Betrieb von Online-Glücksspiel erhalten haben.

 

Christine Catasta, Vorständin der mit 33,3 % an der CASAG beteiligten Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG), erklärte in einem Statement:

Ich freue mich, dass wir mit Erwin van Lambaart einen international erfahrenen Manager für die Zukunft der Casinos Austria AG gewinnen konnten. Erwin van Lambaart ist ein erfahrener Experte, der über ein umfassendes Verständnis der Glückspielindustrie verfügt.

Drei Kandidaten zum Schluss übrig

Die Bestellung des 58-jährigen van Lambaart sei nach einer umfangreichen Kandidatensuche erfolgt, so die CASAG. An deren Ende seien die drei vielversprechendsten Kandidaten zu einer Anhörung vor den Nominierungsausschuss geladen worden. Dieser habe sich einstimmig für den Niederländer entschieden.

 

Am Montag habe sich der Favorit des Nominierungsausschusses dem Aufsichtsrat vorgestellt. Dieser sei dessen Empfehlung gefolgt und habe ebenfalls einstimmig für den Glücksspielmanager votiert. Der Aufsichtsrat zeigte sich überzeugt, dass van Lambaart durch seine langjährige Erfahrung bei Holland Casino erfolgreich an der Weiterentwicklung der CASAG mitwirken werde.

Wenige Stunden vor der Bekanntgabe des neuen CASAG-Chefs musste das Unternehmen eine schlechte Nachricht verkünden. Es teilte mit, dass seine zwölf Casinos aufgrund der aktuellen COVID-Situation bis voraussichtlich einschließlich 12. Dezember 2021 geschlossen wurden. Aufgrund der grassierenden Infektionslage habe die Gesundheit und Sicherheit von Gästen und Mitarbeitern höchste Priorität.

Die CASAG betonte in ihrer Mitteilung den präzise definierten und transparenten Auswahlprozess. Dieser zeige einen „neuen Stil“ der CASAG bei der Ernennung von Vorstandsmitgliedern. Nicht wenige Beobachter dürften sich dabei an die umstrittene Ernennung Peter Sidlos zum CASAG-Finanzvorstand erinnert fühlen.

 

Sidlo war durch eine undurchsichtige Verquickung von Politik und Wirtschaft in sein Amt gelangt. Nach heftiger Kritik hatte der Manager seinen Posten nach einem guten halben Jahr wieder räumen müssen. Mit dem nun abgeschlossenen Auswahlverfahren dürfte der CASAG-Aufsichtsrat die Hoffnung verbinden, dass sich der neue CEO länger an der Spitze des Unternehmens halten wird.