, 29.09.2021

In den Niederlanden wurden am Mittwoch die Namen der ersten Lizenzinhaber [Seite auf Niederländisch] für das ab 1. Oktober neuregulierte Online-Glücksspiel bekannt gegeben. Obwohl bisher 29 Anträge eingingen, erhielten vorerst nur zehn Anbieter die begehrte Lizenz von der Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA).

 

Am Dienstag hatte KSA-Chef René Jansen auf der Gaming in Holland-Konferenz die Entscheidung seiner Behörde angekündigt. Bis zuletzt waren die Namen der lizenzierten Unternehmen geheim gehalten und erst am Mittwochmorgen veröffentlicht worden. Jansen begründete dies mit den strengen Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf die Neuregulierung.

Online-Glücksspielanbieter in den Niederlanden ab 1. Oktober
Toto Online BV
FPO Nederland BV
Holland Casino NV
NSUS Malta Limited
Play North Ltd
Tombola Limited
Hillside (New Media Malta) Plc
Bingoal Nederland BV
Betent BV
LiveScore Malta Limited

Mit Holland Casino befindet sich auch der staatliche Spielbanken-Betreiber auf der Liste der Lizenznehmer. Dafür fehlen bisher jedoch viele große internationale Glücksspielkonzerne.

 

Begründung für die Begrenzung

Angesichts der bisher 29 Antragsteller fragten sich Medienbeobachter, warum die KSA das Kontingent nicht stärker ausgeschöpft habe. Dazu erklärte Jansen während seiner Rede:

Sie denken sicher: 10 Lizenzen – gab es nicht 29 Antragsteller? Das bedeutet, dass nur etwa 1 von 3 bewilligt wurde. Und ja, das ist richtig, es sind noch nicht sehr viele. Ich möchte darauf hinweisen, dass dies erst der Anfang der Legalisierung und Regulierung des Online-Marktes ist.

Die KSA werde den Markt nun schrittweise öffnen. Da man damit rechne, bis April kommenden Jahres noch eine „beträchtliche Anzahl neuer Anträge“ zu erhalten, sei das Verfahren noch lange nicht abgeschlossen. Auch habe eine Reihe von Anbietern die Antragstellung verschoben, da sie sich in der von der KSA für ehemals nicht lizenzierte Anbieter festgelegten sechsmonatigen „Abkühlungsphase“ befinden.

 

Jansen betonte jedoch auch, dass es Glücksspielunternehmen gebe, deren Anträge die geforderten Standards verfehlten. Die KSA verfahre nach der Devise „Qualität vor Quantität“, weshalb lediglich Unternehmen berücksichtigt würden, die gut genug für den niederländischen Glücksspielmarkt seien. Die bisher nur zehn bewilligten Lizenzen seien ein guter Beleg für diese Politik.

 

Zugleich machte Jansen deutlich, dass Regierung und KSA strikt gegen den Schwarzmarkt vorgehen würden. Eine strenge Verfolgung der illegalen Anbieter sei der beste Weg, um Spieler für den lizenzierten Glücksspielmarkt der Niederlande zu kanalisieren.