Dienstag, 28. Juni 2022

Illegales Glücksspiel in den Niederlanden: Star-Fußballer Kuyt und Sneijder von der Polizei verhört

Wesley Sneijder

Illegales Glücksspiel, Drogen- und Waffenhandel sowie Mordaufträge: Dies sind nur einige der kriminellen Aktivitäten, die Ermittlungen um den Messenger-Dienst EncroChat zu Tage gefördert haben. In den Niederlanden sollen infolge der Datenauswertungen die niederländischen Ex-Fußballer Dirk Kuyt und Wesley Sneijder wegen illegalen Glücksspiels von der Polizei verhört worden sein. Das betreffende Glücksspiel-Angebot stehe aktuellen Medienberichten zufolge in Verbindung zu einer kriminellen Organisation unter Führung des berüchtigten Den Haager Drogenbosses Piet S.

Geldwäsche und Gewaltandrohungen

Die Polizei habe Berichten zufolge Informationen darüber, dass Kuyt und Sneijder auf der Webseite Edobet gespielt haben. Gegründet habe die Glücksspiel-Seite Freddy S., Sohn des Unterweltbosses Piet S. Ziel sei es gewesen, durch die Glücksspiel-Seite Gelder zu waschen, die aus Drogengeschäften stammten.

Auf der illegalen Glücksspiel-Seite hätten die ehemaligen Fußballprofis Dirk Kuyt und Wesley Sneijder teils erhebliche Summen verspielt. So berichtete die niederländische Zeitung Algemeen Dagblad, die Zugang zu den Polizeiprotokollen gehabt habe, Kuyt habe manchmal 25.000 Euro pro Tag eingesetzt.

Sneijder habe dem Nachrichtenportal NOS zufolge mitunter seine Spielschulden nicht bezahlt. Er und seine Familie sei daraufhin mit den Worten bedroht worden:

Wir werden nicht mehr nach dem Geld fragen, sondern sie [die Familie; Anm. d. Red.] erst einmal ins Krankenhaus befördern. Es kann auch eine Frau sein, solange es jemand aus dieser Familie ist. Seine Mutter, seine Tante, seine Großmutter, ganz egal wer.

Auf die Beteiligung der Fußballer am illegalen Glücksspiel sei die Polizei aufmerksam geworden, nachdem Nachrichten in dem Messenger-Dienst EncroChat entschlüsselt worden seien.

EncroChat stellte bis zum Jahr 2020 einen verschlüsselten Messenger-Dienst, aber auch abhörsichere Handys, zur Verfügung. Seit März 2020 ermittelten die Behörden verschiedener Länder sowie die Europol gegen das Unternehmen. Der französischen und niederländischen Polizei gelang es, das verschlüsselte Netzwerk zu infiltrieren und mithilfe von Malware an Informationen auf den Endgeräten von EncroChat-Kunden zu gelangen. Die Chatverläufe sollen dabei Informationen zu Drogenhändlern, illegalem Waffenhandel, Geldwäsche und gar Mordaufträgen enthalten haben.

In Deutschland habe die Auswertung der verschlüsselten Daten nach Angaben des BKA zur Vollstreckung von mittlerweile über 900 Haftbefehlen geführt. Es seien 230 Mio. Euro an Vermögen und 300 Schusswaffen sichergestellt worden.

Kuyt habe der Polizei gegenüber gestanden, auf Edobet gespielt zu haben. Kritisch daran sei nicht nur die Beteiligung am Glücksspiel auf einer illegalen Glücksspiel-Seite. Auszahlungen, so habe er gestanden, habe er zum Teil in bar entgegengenommen. Damit könnte er sich, so spekulieren Medien, der Teilnahme an der Geldwäsche schuldig gemacht haben.

Sneijder dagegen habe zu Protokoll gegeben, niemals auf Edobet gespielt zu haben.