, 11.09.2018

Alljährlich fiebern im Frühsommer Millionen Fußballfans dem Finale der Champions League entgegen, das traditionell in einer europäischen Metropole ausgetragen wird. Angeblich laufen jedoch bereits Gespräche, das Finale zukünftig auch in New York zu veranstalten.

 

Nach Presseberichten sind Verhandlungen mit der UEFA über die mögliche Austragung eines Champions League-Finales in New York City an der Tagesordnung. Dies bestätigte Jaume Roures, Vorsitzender des spanischen TV-Konzerns ‘Mediapro’.

 

Demnach würden derzeit Gespräche geführt, um “die Machbarkeit eines zukünftigen Champions-League-Finales in New York City” zu diskutieren. Ähnlich hatte sich UEFA-Präsident Aleksander Ceferin schon 2016 in einem Interview geäußert:

 

Von Portugal nach Aserbaidschan zu gehen, ist fast dasselbe wie nach New York zu gehen. Wir sollten darüber nachdenken.

 

Spaniens Liga plant bereits offizielle Saisonspiele in Nordamerika

Für eingefleischte Fans kommt die Austragung in einem Staat außerhalb Europas einem wahr gewordenen Albtraum gleich. So sorgte jüngst die spanische Fußballliga für große Aufregung. Sie hatte angekündigt, dass die Primera Division als erste europäische Top-Liga ab der kommenden Saison ein offizielles Match in den USA austragen will.

 

Schnell wurde bei Fans und Verantwortlichen Kritik an diesen Plänen laut. Während die Anhänger einer weiteren Kommerzialisierung ihres Lieblingssports zum Großteil ablehnend gegenüberstehen, monieren Verbands- und Clubvertreter, dass das Vorgehen nicht mit ihnen abgesprochen sei.

 

Auch die Spieler äußerten sich zu den Plänen kritisch. David Aganzo, Präsident der Interessenvertretung der spanischen Profifußballer sagte, die Entscheidung zur Ansetzung von Spielen im Ausland habe bei den Spielern “das Fass zum Überlaufen gebracht.“ Die Kapitäne der Clubs seien “empört” darüber, dass “Entscheidungen über Spiele außerhalb Spaniens einseitig getroffen werden.”

 

Bundesliga-Clubs gegen derartige Pläne

Um eine vergleichbare Diskussion in Deutschland gar nicht erst aufkommen zu lassen, betonte DFL-Boss Christian Seifert in einer Stellungnahme, dass die Bundesliga “niemals ein Punktspiel außerhalb Deutschlands spielen” würde. Wörtlich sagte der Manager:

 

Ein offizielles Meisterschaftsspiel, bei dem es um Punkte geht, die über die Teilnahme an internationalen Wettbewerben oder Auf- und Abstieg entscheiden können, im Ausland auszutragen, ist meiner Meinung nach ein Zeichen des mangelnden Respekts den Fans und Spielern gegenüber.

 

Demgegenüber steht die UEAFA den Plänen einer Internationalisierung nicht gänzlich kritisch gegenüber. Allerdings bleibt Befürwortern und Gegnern noch ausreichend Zeit zur Diskussion: Der erstmögliche Termin für ein Finale in den USA wäre im Jahr 2021.