Donnerstag, 29. September 2022

Finanzpolizei Österreich beschlag­nahmte 2021 über 800 illegale Spiel­automaten

Polizei Razzia Bar Die Finanzpolizei Österreich führte 2021 viele Razzien durch (Bild: Flickr/ Bundesministerium für Finanzen)

Am Mittwoch zog die Finanzpolizei Österreich eine erfolgreiche Bilanz ihrer Arbeit im vergangenen Jahr. Unter anderem seien beim Kampf gegen das illegale Glücksspiel über 800 illegale Spielautomaten aus dem Verkehr gezogen wurden.

Die Finanzpolizei Österreich habe im Vorjahr insgesamt rund 28.000 Kontrollen durchgeführt. In Folge dieser Ermittlungen seien Strafen in Höhe von 36 Mio. Euro beantragt worden. Auf den „intensiv geführten“ Kampf gegen das illegale Glücksspiel seien 458 Kontrollen entfallen.

Weniger Spielautomaten als 2020 entdeckt

Dabei hätten die Beamten 812 Spielautomaten beschlagnahmen können. Diese Zahl liege deutlich unter dem Wert von 2020, als der Polizei 1.635 illegale Geräte in die Hände gefallen seien. Die Finanzpolizei Österreich führte dies auf den nachhaltigen Kontrolldruck gegen das illegale Glücksspiel zurück, der 2021 seine volle Wirkung gezeigt habe.

Österreichs Finanzminister Magnus Brunner erklärte in einem Statement:

Das Angebot an illegalem Glücksspiel wird aufgrund der Kontrollen der Finanzpolizei zurückgedrängt. Der Kampf unserer Finanzpolizistinnen und Finanzpolizisten gegen das illegale Glücksspiel wirkt.

Aufgrund der Glücksspielkontrollen seien Geldstrafen in Höhe von knapp 20 Mio. Euro beantragt worden. Als besonders erfolgreichen Einsatz führte die Finanzpolizei eine im vergangenen August in Oberösterreich durchgeführte Razzia auf. Dort sei es den über 100 Beamten gelungen, 121 Spielautomaten sicherzustellen.

Schutz der Steuerzahler

Neben dem illegalen Glücksspiel richteten sich die Aktionen der Finanzpolizei generell gegen organisierte Schattenwirtschaft, Steuerhinterziehung und Sozialbetrug. Die Ermittler gingen branchenunabhängig gegen betrügerisch agierende Personen und Unternehmen vor.

Die Polizeibehörden haben in den vergangenen Monaten in ganz Österreich immer wieder Razzien in Lokalen und Wohnungen durchgeführt, in denen sie illegales Glücksspiel vermuteten. Um nicht aufzufliegen, setzen die Kriminellen immer stärker auf Tarnung. Diese reicht von zugeklebten Fenstern an Gaststätten bis hin zu Geheimtüren in Bars, hinter denen die Automaten zum verbotenen Spiel bereitstehen.

Die Kontrollen der Finanzpolizei gewährleisteten laut Brunner „faire Wettbewerbsbedingungen und sichern damit den Schutz der finanziellen Interessen der Republik Österreich und folglich aller Steuerzahlerinnen und Steuerzahler“.

Auf diese Weise habe die Behörde unfaire Konkurrenzbedingungen aufgrund von Wettbewerbsvorteilen durch Schwarzarbeit, Sozial- und Abgabenbetrug verhindert. Inwieweit die Erfolge im Kampf gegen Glücksspiel und Steuerbetrug auch Anfang dieses Jahres in Österreich wiederholt werden konnten, gab die Finanzpolizei noch nicht bekannt.