, 05.03.2020

Im Rahmen ihres zweitägigen Jahressymposiums in Stuttgart hat die Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim am Mittwoch „mehr Schlagkraft“ gegen illegale Online-Glücksspiel-Anbieter gefordert.

 

In einer Pressemitteilung zum Auftakt des 17. Symposium Glücksspiel hat sich die Institution erneut für die Schaffung einer gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ausgesprochen, die mit umfassenden Befugnissen ausgestattet werden soll, um dem illegalen Online-Glücksspiel in Deutschland Herr werden zu können. Im Statement heißt es:

„Damit die neue Behörde dabei kein zahnloser Tiger wird, fordern die Glücksspiel-Forscherinnen und -Forscher unter anderem, dass sie befugt sein muss, Rechtsverordnungen zu erlassen, um rasch reagieren zu können.“

Die Forschungsstelle Glücksspiel hatte bereits im November 2019 eine entsprechende Behörde gefordert und dieses Anliegen im Zuge der Veröffentlichung eines Entwurfs für den Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag abermals in einem Positionspapier bekräftigt.

 

Symposium Glücksspiel bringt Forschung, Industrie und Politik zusammen

 

Beim 17. Symposium Glücksspiel haben sich gestern namhafte Vertreter aus Politik, Glücksspiel-Industrie und Wissenschaft zum fachübergreifenden Meinungsaustausch getroffen.

Vertreten sind unter anderem die Landestelle Glücksspielsucht aus Bayern und der Österreichische Sportwettenverband (OSWV).

Die Forschungsstelle Glücksspiel wurde im Jahre 2004 gegründet und verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. Die Expertisen der 20 Forscher kommen aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften.

Zentrales Thema ist die Glücksspielneuregulierung in Deutschland sowie die Frage, welches Bundesland sich für die Ansiedlung einer geplanten Glücksspielbehörde der Länder eignen könnte. 26 % der Besucher des 17. Symposium Glücksspiel sprachen sich bei einer Abstimmung für einen Behördensitz in Hessen aus.

 

Von Hessen aus werden derzeit bundesweit Lizenzen für Online-Sportwetten-Anbieter vergeben. Die Behörde in dem Bundesland anzusiedeln, könnte daher zur Zentralisierung der Glücksspielegulierung beitragen.

 

Die Zukunft der Forschungsstelle Glücksspiel scheint gesichert

 

Obwohl es in Deutschland nur wenige Glücksspiel-Forschungseinrichtungen gibt, blieb eine verlässliche Förderungszusage für die Forschungsstelle Glücksspiel in der Vergangenheit aus.

 

Finanzielle Mittel des Landes Baden-Württemberg und der staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg sollen die Existenz der Forschungsstelle Glückspiel nun langfristig sichern, wie es von Ulrich Steinbach, Amtschef des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, heißt:

„Mit der zusätzlichen Ausstattung für die Forschungsstelle Glücksspiel sichert das Wissenschaftsministerium die bundesweit führende Position Baden-Württembergs bei der wissenschaftlichen Forschung im Bereich des Glückspielwesens (…). Die Arbeit der Forschungsstelle kann damit dauerhaft ausgebaut werden. Damit geht Baden-Württemberg bundesweit mit gutem Beispiel voran.“

Land und Lotto-GmbH wollen die Forschungsstelle jährlich mit jeweils 100.000 Euro bezuschussen. Einem 18. Symposium Glücksspiel steht finanziell also nichts im Wege.

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