, 26.05.2020

Die französische Sportministerin Roxana Mărăcineanu glaubt nicht an eine Rückkehr zur Normalität im französischen Sport, bevor ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar ist. Dies sagte die Ministerin in einem Interview mit dem französischen Sender RTL am Sonntagabend.

 

Darin erklärte die Politikerin, dass eine Wiederaufnahme des Profisports sowie die Rückkehr des Publikums in die Stadien nicht möglich erscheine, solange die Coronavirus-Epidemie in Frankreich vorherrsche.

 

Auf die Frage, ob ein Impfstoff für die Rückkehr zur Normalität unerlässlich sei, antwortete Mărăcineanu mit „natürlich“. Dies gelte sowohl in einem Stadion als auch an anderen Orten mit großen Menschenansammlungen.

Der einzige professionelle Sport, der in Frankreich bereits neustarten konnte, ist der Pferderennsport. Dieser ist am 11. Mai ohne Publikum angelaufen und findet aktuell in Departements mit geringer Corona-Belastung statt.

 

Da Pferderennen nicht in die Zuständigkeit des französischen Sportministeriums fallen, sondern unter dem Dach der Landwirtschaft geführt werden, konnte das Verbot von Sportveranstaltungen umgangen werden.

Die Rückkehr des Publikums in die Stadien setze voraus, dass man die Besucherströme angemessen koordinieren könne. Es werde darüber nachgedacht, ob eine Lösung mit zu 50 % besetzten Zuschauertribünen für die Monate August und September umsetzbar sei, so Mărăcineanu:

Wir hoffen, dass die Wettkämpfe Mitte Juli oder Anfang August wieder aufgenommen werden können. Im Moment liegt es jedoch nicht an mir zu sagen, welche Wettkämpfe dies sein werden.

Umfrage: Ministerin hat zu wenig getan

 

Wie das Sportmagazin der Zeitung Le Figaro [Seite auf Französisch] am Sonntag berichtet hat, hielten 56 % der Franzosen die Arbeit der Sportministerin für unzureichend. Dies gehe aus einer aktuellen Umfrage des Senders RTL und der Versicherungsgesellschaft Groupama hervor.

 

Dieses negative Ergebnis dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass die Ministerin bei einer Erklärung zur Lockerung der Corona-Maßnahmen am 22. April erklärt hatte, dass „Sport in unserer Gesellschaft keine Priorität“ habe.

 

Mărăcineanu verteidigte ihre Aussage und bekräftigte, dass die Gesundheit der Franzosen vor den Sportveranstaltungen im Land Priorität habe. Sie bemühe sich dennoch weiterhin dafür, dass der Sport einen großen Stellenwert in der Diskussion um die Lockerung der Corona-Maßnahmen habe.