, 11.05.2021

Die Funke Mediengruppe steigt in das Glücksspielgeschäft ein. Am Montag hat Deutschlands drittgrößter Zeitungs- und Zeitschriftenverlag bekanntgegeben, dass das Medienhaus künftig die Lose der „GKL – Gemeinsame Klassenlotterie der Länder“ vertreiben und in seinen Produkten bewerben werde.

 

Losverkauf auf Provisionsbasis

Nach Angaben des Unternehmens erstrecke sich das Angebot über sämtliche Lotterie-Produkte der GKL. Der Medienkonzern betonte in einer Pressemitteilung, dass er bei der Kooperation als Vermittler und nicht als Anbieter der GKL-Lotterie auftrete. Im Gegenzug für jedes verkaufte Los erhalte Funke eine Provision vom Lotteriebetreiber.

Mit einem Umsatz von über 1,2 Mrd. Euro (2019) zählt die Funke Mediengruppe gemeinsam mit den Verlagen Axel Springer, Bauer und Burda zu Deutschlands größten Anbietern von Zeitungen und Zeitschriften. Neben Regionalzeitungen wie der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, dem Hamburger Abendblatt oder der Berliner Morgenpost gehören Zeitschriften wie Hörzu, Bild der Frau und TVdirekt zu den auflagenstärksten Produkten des Konzerns.

Noch sei der neue Vertriebsweg nicht bundesweit verfügbar, so der Verlag. Demnach könnten derzeit lediglich Kunden in Niedersachsen Lose für Lotterien wie SKL oder EuroJoker bei Funke erwerben.

 

Online- und Offline-Vertrieb

Der Kauf sei möglich in den Leserläden, die Funke in Niedersachsen betreibe. Darüber hinaus biete Funke mit Losfix.de ein extra für diesen Zweck gegründetes Online-Angebot sowie eine Service-Hotline, über die Spieler ihre Lose telefonisch buchen könnten.

 

Funke kündigte zugleich an, dass sich das neue Geschäftsmodell nicht auf Niedersachsen beschränken werde. In den kommenden Wochen solle die Los-Kooperation in weiteren Regionen Deutschlands auf den Markt kommen.

 

Claas Schmedtje, Geschäftsführer Funke Medien Niedersachsen und Koordinator des Projektes, erklärte die Vorzüge der Zusammenarbeit:

Der Vertrieb von Lotterie-Produkten ist ein sehr werbeintensives Geschäft – hier sind wir mit unseren starken Regionalmarken perfekt aufgestellt.

Auch herrschten bei den Zielgruppen beider Unternehmen große Überschneidungen. Die Kundschaft sei „im Durchschnitt über 40 Jahre alt“, weshalb sie gut zusammenpasse.

 

Außerdem verfüge Funke über ausreichend Erfahrung im Verkauf von medienfremden Inhalten. So besitze das Unternehmen eine langjährige Expertise bei der Vermittlung von Konzerttickets.

 

Um das neue Angebot unter den Lesern bekannt zu machen, sei eine umfangreiche Werbekampagne in den Funke-Erzeugnissen in Niedersachsen geplant. Diese erfolge nicht nur im Print-Bereich, sondern auch auf Funkes Online- und Social Media-Kanälen.