, 02.02.2021

Nach dem Chaos um die GameStop-Aktie an der Wall Street sei es gestern Nacht einem Bericht der Washington Post zufolge zu einem weiteren Showdown gekommen: Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk, der derzeit reichste Mensch der Welt, habe auf der neuen Audio-Plattform „Clubhouse“ den Gründer der Trading-Plattform Robinhood, Vlad Tenev, in die Mangel genommen.

 

Der GameStop-Zoff ist eigentlich ein Spiel „Klein gegen Groß“. Doch nun hat sich plötzlich der reichste und wohl einer der einflussreichsten Menschen der Welt auf die Seite der „Kleinen“ geschlagen.

 

„Die Menschen verdienen die Wahrheit,“ seien die Eröffnungsworte von Musk gegenüber Tenev gewesen. Er wolle wissen, warum die Trading-Plattform den Aktienhandel mit „GameStop“ wirklich zeitweise gesperrt habe. Er fragte auch, ob massiver Druck durch mächtigere Instanzen, zum Beispiel von Regulierungsbehörden, ausgeübt worden und ob das alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

 

Tenev bringt nicht wirklich Licht ins Dunkel

Der von Musk gewünschte Effekt, Licht in die Angelegenheit zu bringen, sei von Tenev nicht erfüllt worden. Er habe eher defensiv reagiert und den Vorwurf von zwielichtigen Machenschaften zurückgewiesen.

 

Für Tenev sei es indes auch nicht überraschend gewesen, dass sich das Finanzdienstleistungsunternehmen NSCC, das als zentrale Gegenpartei für Geschäfte auf den US-Wertpapiermärkten diene, in den Vorfall eingeschaltet habe:

Sie haben mit uns zusammengearbeitet, um den Preis zu senken. Es war nichts Besonderes.

Dennoch habe es laut Tenev eine ungewöhnliche Anfrage seitens der Clearingstelle gegeben. So sei Robinhood aufgefordert worden, 3 Mrd. USD für Transaktionen zu hinterlegen. Normalerweise verfüge das Unternehmen nur über 2 Mrd. USD. Um die fehlende 1 Mrd. USD an Kapital aufzubringen, habe man weitere 24 Stunden benötigt.

 

Musk, die Börse und Twitter

Es sei nicht Musks erste Einmischung in die Robinhood-Debatte gewesen. Erst letzte Woche habe er seine Unterstützung für die Kleinanleger und das Reddit Message Board mit dem Wortspiel „Gamestonk!“ bekundet. Stonk ist eine Zusammensetzung aus „Stocks“ (engl. Aktien) und „Stink“ (engl. Gestank).

 

Ebenso habe Musk bei seiner eigenen Firma „Tesla“ bereits seine eigenen Erfahrungen mit Leerverkäufen gemacht.

Bei Leerverläufen handelt es sich um eine Art Wette. Fonds leihen sich dabei eine Aktie, um sie sofort wieder zu verkaufen: Fällt der Kurs der Papiere, können die Leerverkäufer die Aktien für weniger Geld und gewinnbringend wieder zurückkaufen.

Und auch hier habe er die Hilfe der sozialen Medien genutzt: Obwohl der Tesla-Aktienkurs gestiegen sei, hätten Anleger in Leerverkäufe investiert. Musk habe daraufhin einen Tweet abgesetzt, in dem er die Anleger verspottete, indem er letzten Sommer ein neues Produkt angekündigt habe, das auf der Tesla-Website verkauft werden solle: rot glänzende, winzige Shorts zum Preis von 69.420 USD, auf deren Rückseite „S3XY“ zu lesen gewesen sei.

 

Mit dieser Aktion habe Musk seine Macht über den eigenen Aktienkurs demonstrieren wollen, denn Neuankündigungen zum Elektro-Auto lösten regelmäßig einen Hype aus, und damit die Aktienkäufe und den Anstieg des Kurses.

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