, 30.11.2020

In Australien sollen Kriminelle vermehrt Spielautomaten zur Geldwäsche einsetzen. Einem Bericht der Zeitung The Sydney Morning Herald [Seite auf Englisch] zufolge gehe die Glücksspielaufsicht Independent Liquor and Gaming Authority (ILGA) davon aus, dass ein Teil des in diesem Jahr an den Pokies festgestellten Umsatzwachstums auf illegale Finanztransaktionen zurückzuführen sei.

 

Grund dafür sei, dass die Spielautomaten für Kriminelle zu einer bevorzugten Methode für die Geldwäsche geworden seien, da sie dort Gelder anonym setzen und ohne Nachweis Gewinne deklarieren könnten.

 

Dies bestätigte Philip Crawford, Vorsitzender der Glücksspielaufsicht von New South Wales. Er betonte gegenüber dem Morning Herald:

Spielautomaten werden von kriminellen Elementen genutzt, weil sie eine einfache und kostengünstige Möglichkeit zur Geldwäsche darstellen, indem Bargeld durch einen Automaten gewaschen wird.

Crawford verurteilte die Geldwäscheaktivität scharf. Diese stünde in direkter Verbindung zu Profiten aus Prostitution, Drogen- und Menschenhandel sowie der Finanzierung des Terrorismus.

Neusten Angaben der ILGA zufolge sind die Pokies-Umsätze in diesem Jahr erheblich gewachsen. Obwohl die Spielautomaten aufgrund des Corona-Lockdowns zeitweise außer Betrieb waren, sind die Einnahmen von Juni bis Oktober um 10 % auf 3,1 Mrd. AUD (1,9 Mrd. Euro) gestiegen. Allein im Juli wurde eine Zunahme von 581 Mio. auf 716 Mio. AUD und damit ein Plus von 23,3 % verzeichnet.

Bei seinen Vorhaltungen stützt sich der ILGA-Boss des Weiteren auf behördliche Untersuchungen rund um die umstrittenen Aktivitäten des Casino-Betreibers Crown Resorts. Dabei sei festgestellt worden, dass Crown unter anderem illegale Gelder mithilfe von Spielautomaten gewaschen habe.

 

Für Crown Resorts hatte die Geldwäsche ernsthafte finanzielle Konsequenzen. So entzog die ILGA dem Glücksspielanbieter die Lizenz für das milliardenschwere Barangaroo Casino in Sydney. Das VIP-Spielern vorbehaltene Prestigeprojekt hätte ursprünglich im Dezember eröffnen sollen.

 

Bargeldloses Spielen an Pokies gefordert

Aufgrund der wachsenden Geldwäschegefahr und um Spieler besser vor übermäßigem Glücksspiel zu schützen, fordern immer mehr australische Politiker eine bargeldlose Spielvariante. Deshalb wird derzeit die Einführung einer Glücksspielkarte diskutiert. Mit dieser müssten sich Spieler identifizieren, ehe sie an Pokies spielen könnten.

 

Darüber hinaus würden die Umsätze über ein auf der Karte gespeichertes Guthaben abgewickelt. Auf diese Weise würde Geldwäsche erheblich erschwert, so die Befürworter des Systems.