, 01.12.2020

Seit April 2019 gilt bei britischen Wettautomaten (FOBT) ein Einsatzlimit von 2 GBP. Dieses hat aktuellen Daten der britischen Glücksspielbehörde UK Gambling Commission (UKGC) zufolge zu deutlich reduzierten Verlusten der Spieler geführt. Zugleich blieben die von den Wettanbietern angekündigten Massenentlassungen aus. Wie die britische Zeitung The Guardian berichtet, hätten von April 2019 bis März 2020 lediglich 639 Angestellte in Wettbüros ihre Jobs verloren.

 

Moderater Rückgang

Insgesamt seien in den Wettshops im März 2020 7.681 Menschen beschäftigt gewesen, was einem Rückgang von 7,5 % entspreche. Die Summe der abgebauten Stellen stünde damit im krassen Gegensatz zu den Prognosen der Glücksspielanbieter. Diese hatten scharf gegen die Umsetzung des Limits protestiert und die Zukunft der Branche in düstersten Farben ausgemalt.

 

Matt Zarb-Cousin, einer der Initiatoren der Campaign for Fairer Gambling [Seite auf Englisch], die sich für die FOBT-Reduzierung eingesetzt hatte, erklärte:

Dies zeigt, dass die schwarzmalerischen Vorhersagen der Buchmacher dramatisch übertrieben waren. Grundlos Alarm zu schlagen, wird ihrer Glaubwürdigkeit in der bevorstehenden Überprüfung des Glücksspiels nicht helfen.

Zarb-Cousin riet Politikern und Vertretern der UKGC, den Übertreibungen der Unternehmen bei der anstehenden Neuverhandlung des Glücksspielgesetzes nicht zu viel Glauben zu schenken.

 

Noch Anfang 2019 hatten Anbieter wie Ladbrokes oder William Hill sich besorgt darüber gezeigt, dass dieser Schritt zum Verlust Zehntausender Jobs in der britischen Glücksspielindustrie führen werde. Der tatsächlich erfolgte Stellenabbau liege zwar über dem Durchschnitt der Vorjahre, jedoch seien bereits zuvor Jahr für Jahr etwa 3 % der Jobs in den Wettshops weggefallen.

Aktuellen Daten der UKGC zufolge haben britische Spieler in dem Jahr nach Einführung des 2 Pfund-Limits an Wettautomaten 700 Mio. GBP (781 Mio. Euro) weniger verspielt als im Vorjahreszeitraum. Damit seien die Verluste an den Geräten um 26 % gefallen.

Ein Grund für die verlorenen Jobs sei vielmehr das wachsende Online-Geschäft. Die Unternehmen würden seit Jahren vermehrt auf das Online-Glücksspiel setzen, was automatisch zu einem negativen Beschäftigungstrend bei den Wettbüros führe.

 

Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass sich die Arbeitsmarktsituation der Wettbüros in diesem Jahr deutlich verschlechtern werde. Grund dafür sei nicht das 2 Pfund-Limit, sondern die schwierige finanzielle Lage aufgrund der Corona-bedingten Schließung von Geschäften, die auch die Wettshops hart getroffen habe.

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