Dienstag, 18. Januar 2022

Las Vegas: Gesunkene Zimmerpreise verantwortlich für Ausschreitungen am Labor Day-Weekend?

Las Vegas Panorama bei Nacht

Am vergangenen „Labor Day“-Wochenende kam es in Las Vegas zu einer Vielzahl von Gewalttaten. Lokale Medien sehen einen Zusammenhang mit den infolge der Corona-Krise gesunkenen Übernachtungspreisen der Casino-Resorts in der Glitzerstadt.

Massenschlägereien in Las Vegas

In diesem Jahr soll das Feiertagswochenende in Las Vegas einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen haben. So sei es in den insbesondere von Touristen frequentierten Bereichen zu einer Vielzahl von Gewaltstraftaten gekommen.

Der Labor Day wird in den USA jährlich am ersten Montag im September begangen. Als nationaler Feiertag im direkten Anschluss an das Wochenende bedeutet er für Freizeitangebote wie die Glücksspielindustrie von Las Vegas traditionell eine der umsatzstärksten Zeiten des Jahres.

Auf einer Pressekonferenz hatte das Metropolitan Police Department am Dienstag erklärt, dass es auf dem Strip und der Fremont Street Experience diverse gewalttätige Auseinandersetzungen [Seite auf Englisch] mit teils „großen Beteiligtenzahlen“ gegeben habe.

Unter anderem war im Encore Resort von Glücksspielbetreiber Wynn eine Art Massenschlägerei ausgebrochen, die Anwesende mit ihren Handys dokumentiert und via Social Media öffentlich gemacht hatten.

Gratis-Übernachtungen und Vandalismus

Gegenüber dem örtlichen Las Vegas Review-Journal äußerte sich Greg Mullen, Vizepräsident der aufs Glücksspiel spezialisierten Unternehmensberatung CDC Consulting, zu den Vorkommnissen. Seines Erachtens stehe die Häufung der Vorfälle in direktem Zusammenhang mit den massiv gesunkenen Zimmerpreisen und verstärkten Anreizen, die die Hotel- und Casinobetreiber derzeit setzten:

Günstige Einzelhandelspreise für die Hotelzimmer [und] Gratis-Übernachtungen gehen an Spieler, die noch nie Gratis-Zimmer in Las Vegas hatten. Sie [die Betreiber, Anm. d. Verf.] graben tiefer in ihren Datenbanken, um auch Spieler zu erreichen, die nicht so lukrativ sind, weil es besser ist, überhaupt jemanden drin zu haben.

Aktuell, so Mullen, seien die Renovierungsmaßnahmen aufgrund von Vandalismus in mehreren Luxus-Quartieren auf einem Allzeithoch. Auch dies sei auf die veränderte Besucherstruktur zurückzuführen.

Inwieweit es sich hierbei um belastbare Annahmen handelt, bleibt dahingestellt. Im Vorfeld des in Las Vegas traditionell gut besuchten Labor Day-Weekends hatte das Review Journal noch von einem sprunghaften Anstieg der Zimmerpreise von bis zu 200 % berichtet.

Weiterhin gibt es keine Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass weniger solvente Glücksspiel-Touristen eine höhere Gewaltbereitschaft zeigen als Luxus-Urlauber. Beobachter halten es zudem für möglich, dass die möglicherweise erste Vergnügungs-Kurzreise nach den Pandemie-bedingten Einschränkungen einigen Besuchern ungut zu Kopf gestiegen sein könnte.