, 20.04.2020

Der Glücksspiel-Anbieter MansionBet soll einem Kunden in Großbritannien verschiedene VIP-Vergünstigungen gewährt haben, obwohl dieser Anzeichen einer Glücksspielsucht gezeigt habe. Dies hätten Untersuchungen der britischen Tageszeitung The Guardian ergeben, wie diese gestern berichtete.

 

Ein 44-jähriger Spieler soll von MansionBet wiederholt Gratis-Wetten und Fußball-Tickets erhalten haben, während er immer größere Wetten platzierte. Sein Wettverhalten habe nach den Vorgaben der UK Gambling Commission (UKGC) allerdings deutlich auf eine bestehende Glücksspielsucht hingewiesen.

 

Abfindung als Einkommensnachweis akzeptiert

 

Nach einer größeren Einzahlung von 8.000 Pfund Sterling beispielsweise sei der Spieler von seinem Kundenbetreuer angerufen und nach seinen Einkommensverhältnissen befragt worden. Daraufhin habe der MansionBet-Kunde als Nachweis eine Abfindungserklärung vorgelegt, die er mit seinem ehemaligen Arbeitgeber vereinbart hatte. Die Forderung nach Gratis-Wetten habe er mit dem Versprechen untermauert, auch weiterhin größere Summen einzahlen zu wollen.

Die Richtlinien der UK Gambling Commission sehen vor, dass Glücksspiel-Anbieter sich nicht nur an hohen Gewinn- oder Verlustsummen orientieren sollten, um Kunden zu identifizieren, die einem erhöhen Risiko der Glücksspielsucht ausgesetzt sein könnten. Vielmehr sollten Einzahlungen im realistischen Verhältnis zum Einkommen und den Jahreseinnahmen des Kunden stehen.

Mündlich soll der Spieler seinem Kundenbetreuer zugesichert haben, er habe bereits einen neuen Job begonnen. Daraufhin sei er mit weiteren Gratis-Wetten bedacht worden.

 

Gegenüber The Guardian (Seite auf Englisch) erklärte er, der Glücksspiel-Anbieter habe zwar gewusst, dass er entlassen worden sei und sich seine finanzielle Lage täglich verschlechtert habe. Gleichwohl habe der Anbieter weiterhin zuglassen, dass er hohe Summen eingezahlt habe. Ein Antrag auf Rückerstattung des von ihm eingezahlten Geldes dagegen sei abgelehnt worden.

 

Ein Sprecher der UK Gambling Commission kommentierte:

„Obwohl wir uns nicht zu Einzelfällen äußern können, setzen wir uns unbedingt für die Reduzierung von Spielschäden ein und erwarten von den Betreibern, einzuschreiten und Schäden zu verhindern, wenn das Verhalten eines Kunden darauf schließen lässt, dass ein Risiko besteht.”

Angesichts wiederholter Mängel bei den VIP-Praktiken werde sich die UKGC zu zusätzlichen Anforderungen in diesem Bereich beraten.

 

Erst im vergangenen Monat war der Online-Glücksspielbetreiber Betway von der britischen Glücksspielaufsicht mit einer Rekordstrafe von 11,6 Mio. Pfund Sterling bedacht worden, weil der Betreiber seiner sozialen Verantwortung bei verschiedenen VIP-Spielern nicht nachgekommen sei.

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