, 18.02.2021

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat am Mittwoch das Ergebnis einer Forsa-Studie zu einer repräsentativen Umfrage zum Kinder- und Jugendschutz veröffentlicht. Demnach wünschen sich die meisten Deutschen effizientere Maßnahmen seitens der Webseiten im Internet, die Kinder vor ungeeigneten Inhalten wie Glücksspiel, Pornografie und Gewalt schützen sollen.

 

Lauf der Studie seien 90 % der Befragten der Ansicht, die Alterseinstufungen für Filme und Spiele sollten auch im Netz gelten. 88 % hätten sich für eine Verpflichtung der Webseiten-Betreiber ausgesprochen, strenge Schutzeinstellungen für Kinder und Jugendliche einzurichten.

 

83 % der Befragten hätten angegeben, dass die Altersbeschränkungen bei Spielen und Filmen begründet sein müssten, etwa bei Inhalten wie Gewalt, Glücksspiel oder Drogen. Zudem hätten sich 84 % für einfachere Möglichkeiten ausgesprochen, unzulässige Inhalte zu melden.

 

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger, erklärt:

Die Ergebnisse spiegeln die ganz konkreten Bedürfnisse und Überzeugungen der Menschen in Bezug auf ein modernes Jugendmedienschutzsystem in Deutschland wider. Es wird nun Zeit, dass das Jugendschutzgesetz den tatsächlichen Mediennutzungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen angepasst wird.

Bund und Ländern biete sich nun die Gelegenheit, diesen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, so Krüger. Die Verantwortung für den Schutz und die Rechte von Kindern und Jugendlichen dürfe nicht allein bei den Eltern liegen. Bund, Länder und Anbieter müssten an einem Strang ziehen und Partikularinteressen im Interesse von Kindern und Jugendlichen zurückstellen.

 

Reform des Jugendschutzgesetzes bereits auf dem Weg

Die Notwendigkeit, das Jugendschutzgesetz zu reformieren, wird bereits in der Politik thematisiert. So hat Familienministerin Franziska Giffey (SPD) dem Bundestag im Dezember 2020 einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt.

 

Kinder und Jugendliche sollen vor Mobbing im Internet, Hassrede, Kostenfallen und simuliertem Glücksspiel besser geschützt werden. Dabei erwähnt die Ministerin insbesondere die Gefahren glücksspielähnlicher Elemente wie Lootboxen, die zum Beispiel in FIFA 21 beinhaltet seien.

 

Restriktionen aufgrund der Corona-Pandemie, die Schulschließungen und die Begrenzung von Bewegungsangeboten zur Folge hatten, führten zu einer verstärkten Nutzung des Internets seitens der Jugendlichen.

 

Daher schalteten sich auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sportjugend (DSJ) ein. So erklärte DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker, der DOSB unterstütze den Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Rücker erläuterte:

Das wird auch dazu führen, dass DOSB und DSJ sich noch einmal intensiv mit der Positionierung des organisierten Sports zum Umgang mit E-Sport auseinandersetzen werden.

Sowohl seitens führender Koalitionspolitiker als auch seitens des Deutschen Kinderhilfswerks stieß der Entwurf auf Zustimmung. Das Gesetz soll noch vor der Bundestagswahl im Herbst verabschiedet werden.

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