, 07.09.2020

In den Spielhallen im australischen Bundesstaat New South Wales könnten künftig Glücksspiel-Kontrolleure patrouillieren. Wie die australische Tageszeitung The Sydney Morning Herald heute berichtet [Seite auf Englisch], befürworte die Regierung des Bundesstaates das Vorhaben.

 

Hintergrund der Idee sei die tragische Geschichte des Australiers Gary Van Duinen, der sich im Jahr 2018 nach einer Episode exzessiven Automatenspiels das Leben genommen habe.

 

Das Unglück habe sich in einer Gaststätte in Dee Why, einem Vorort von Sydney ereignet. Die Behörden hatten daraufhin Ermittlungen gegen das Etablissement, in dem neben Gastronomie auch Glücksspiele angeboten würden, aufgenommen.

 

Dabei habe sich herausgestellt, dass regelmäßig illegale Glücksspiele mit hohen Einsätzen veranstaltet worden seien, an denen sich auch Van Duinen beteiligt habe. Die schwerwiegende Spielsucht des Mannes sei niemandem aufgefallen, oder die Anzeichen dafür seien ignoriert worden.

Laut der australischen Spielerschutz-Organisation Pokies Play You leiden zirka 115.000 Australier an Spielsucht. Weitere 280.000 Menschen zählten zur Risikogruppe. Pro Jahr würden zudem 400 Suizide verzeichnet, die in direkter Verbindung mit Glücksspielproblemen stünden. Das größte Risiko stellten dabei Spielautomaten dar.

Die Betreiber hätten daraufhin eine Stafe von 200.000 AUD zahlen müssen. Darüber hinaus sei die Einrichtung dazu aufgefordert worden, mit sofortiger Wirkung einen Glücksspiel-Kontrolleur einzustellen.

 

Ähnliche Kontrolle wie bei Alkohol nötig

Das betroffene Etablissement sei heute jedoch das einzige, in welchem ein Glücksspiel-Kontrolleur tätig sei. Spielerschutzorganisationen forderten daher, dass diese Maßnahmen in Spielstätten im gesamten Bundesstaat ergriffen werden sollten.

 

Die Rolle eines Glücksspiel-Kontrolleurs sei von ähnlicher Bedeutung wie die der sogenannten „Kontrolleure verantwortungsvollen Alkoholkonsums“ (kurz: RSA Marshals).

 

Diese patrouillierten seit Jahren Einrichtungen mit Ausschankgenehmigung, um sicherzustellen, dass sich die Etablissements an ihre Lizenzvorgaben hielten und der Alkoholkonsum in kontrolliertem und sicherem Umfeld erfolge.

 

Auch NSW-Regierungsmitglied Andrew Wilkie setzt sich für eine äquivalente Rolle im Glücksspielbereich ein. Er sagt:

Momentan können die Angestellten der Etablissements jedem die Schuld geben, wenn der Spielerschutz versagt. Wenn die Spielstätten jedoch einen Vollzeit-Glücksspiel-Kontrolleur einstellen müssen, bleibt der Schwarze Peter endlich bei jemandem.

Wie The Sydney Morning Herald berichtet, stünden die Chancen auf staatenweite Glücksspiel-Kontrolleure gut. So hätten die Diskussionen zwischen der Glücksspielaufsicht und der Regierung bereits begonnen.

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