Donnerstag, 30. Juni 2022

Glücksspiel-Studie: 46 % der Spieler in Deutschland zocken regelmäßig

Lottoschein Stift Der Glücksspiel-Studie zufolge wird Lotto meist zum Einstieg genutzt (Bild: Pixabay)

In Deutschland nutzt fast die Hälfte der Bevölkerung regelmäßig Glücksspiel-Angebote. Der Studie „Kundenpfade Glücksspiel 2022“ zufolge betrage der Anteil 46 %. Dabei seien die Altersklassen bis 34 Jahre überdurchschnittlich vertreten.

Die Glücksspiel-Studie des Marktforschungsunternehmens research tools war online unter 2.000 repräsentativ ausgewählten Personen durchführt worden. Darunter hätten sich den Analysten zufolge 1.124 spielende Teilnehmer befunden, die in Bezug auf ihr Spielverhalten befragt worden seien.

Lotto liegt beim Einstieg vorne

Wenn es um den Einstieg in die Welt der verschiedenen Glücksspiel-Angebote in Deutschland geht, liege Lotto vorne. Dahinter folgten Rubbellose und die im vergangenen Jahr im Glücksspielstaatsvertrag neu regulierten Online-Casinos.

Die Forscher von research tools halten zudem fest, welches Glücksspiel bei den weiblichen Teilnehmern besonders beliebt sei:

Die Produktgruppe Rubbellose weisen einen, im Vergleich mit anderen Produktgruppen, erhöhten Frauenanteil auf.

Mit zunehmender Erfahrung würden jedoch auch andere Glücksspiele interessanter. Demnach steige dann die Lust auf die Nutzung von Spielautomaten oder Kartenspielen a la Poker.

Insgesamt würde knapp jeder zweite Spielende regelmäßig dieser Freizeitbeschäftigung nachgehen. Mehr als die Hälfte der Befragten habe zudem angegeben, mindestens einmal im Jahr zu spielen.

Wachsende Bedeutung des Online-Glücksspiels

Bei der Nutzungsart liege das Online-Glücksspiel der Studie zufolge vorn. Demnach entfalle fast die Hälfte der Zugriffe auf Smartphones, Tablets, Notebooks oder PCs. Die Lotto-Annahmestellen folgten auf dem zweiten Platz, während Wettbüros sowie Spielhallen und -banken zusammen auf einen Anteil von 15 % kämen.

Weit schwächer als vielleicht allgemein angenommen wirke sich sich die Glücksspiel-Werbung auf die Befragten aus. Lediglich 15 % von ihnen hätten angegeben, diese besonders wahrgenommen zu haben. Allerdings könnten sich die zwischen 18- und 24-Jährigen deutlich häufig an die Werbung erinnern.

Wie weit Glücksspiel in Deutschland verbreitet ist, zeigt auch eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2019. Dieser zufolge haben rund 75 % der 16- bis 70 -Jährigen mindestens einmal gespielt. Die Anzahl der gemessenen Spielsüchtigen schwankt je nach Studie zwischen 200.000 und 420.000 Betroffenen.

In der Studie wird auch untersucht, was Menschen vom Glücksspiel abhält. Hier gaben rund zwei Drittel der Nichtspieler und Spieler an, dass es vor allem die niedrigen Gewinnchancen seien, die sie an jeder Art von Glücksspiel störten. Der Anteil der Skeptiker nehme jedoch mit zunehmendem Alter und Gewohnheit ab.