, 18.07.2020

Eine alleinerziehende Britin hat ihren Arbeitgeber um 346.000 GBP (ca. 380.000 Euro) betrogen und muss deshalb für zwei Jahre und acht Monate in Haft. Vor dem Grimsby Crown Court hatte Leanne Gouldthorpe eingeräumt, das Geld zur Befriedigung ihrer Glücksspielsucht entwendet zu haben.

 

346.000 GBP in zehn Monaten verspielt

 

Wie der Grimsby Telegraph [Link auf Englisch] am Freitag berichtet hat, habe die Mutter eines 8-jährigen Sohnes von Februar bis Dezember 2018 als Buchhalterin bei einem Logistik-Unternehmen in North East Lincolnshire gearbeitet.

 

Dort habe die Frau als einzige Mitarbeiterin Zugang zu den Bankkonten der Firma gehabt. Genutzt habe sie die Position, um täglich bis zu 1.000 GBP von den Konten abzuzweigen und an Online-Glücksspielseiten zu überweisen. Während ihrer zehnmonatigen Dienstzeit seien die Konten ihres Arbeitsgebers monatlich um bis zu 35.000 GBP geschrumpft.

Zu Betrugsdelikten im Zusammenhang mit Glücksspielsucht kommt es immer wieder. Erst vor wenigen Monaten haben wir über einen spielsüchtigen Briten berichtet, der sich auf dem Wege des Insolvenzbetrugs ein Darlehen in Höhe von 25.000 GBP ergaunerte und das Geld in nur wenigen Wochen verspielte.

Ihre Spuren habe Gouldthorpe dabei stets verwischt. Durch die Manipulation von Unternehmensdaten und Umsatzsteuerbuchungen sei der Betrug lange nicht aufgefallen. Gouldthorpe selbst mache ihre Glücksspielsucht für den Betrug verantwortlich. Diese habe sie „fest im Griff“ gehabt.

 

War Gouldthorpe Herrin ihrer Sinne?

 

Laut Grimsby Telegraph habe Gouldthorpes Anwalt Andrew Bailey vor dem Gericht versucht, mildernde Umstände für seine Mandantin geltend zu machen. Ihr komplettes Leben habe sich durch ihre Glücksspielsucht verändert:

„Sie hat alles wegen ihrer Spielsucht verloren (…). Sie konnte nicht aufhören zu spielen. Dies ist nicht weniger eine Sucht als eine Sucht nach Drogen der Klasse A.“

Die Abhängigkeit habe die Alleinerziehende so sehr beeinflusst, dass ihr das Ausmaß des angerichteten Schadens nicht bewusst gewesen sei. Über die Konsequenzen ihres Handelns habe sie aufgrund der Sucht nicht nachgedacht.

 

Das Gericht kennt keine Gnade

 

Obgleich Gouldthorpe nachgewiesen habe, unter psychischen Problemen gelitten und bereits mehrere Monate in einer Klinik verbracht zu haben, habe das Gericht wenig Mitgefühl für die Frau aufgebracht.

 

Richter John Thackray zufolge habe Gouldthorpes Straftat massive und langanhaltende Auswirkungen. Die einzig angemessene Bestrafung sei daher eine Haftstrafe.