, 18.03.2020

Ab heute sind in Großbritannien sämtliche geplanten Pferderennveranstaltungen abgesagt. Davon betroffen ist auch das berühmte Grand National Festival auf der Rennstrecke in Aintree, Merseyside, welches vom 2. bis 4. April stattfinden sollte.

 

Die Veranstalter erklärten, dass das Austragen des Turniers ohne Publikum keine Alternative sei. Aufgrund der Empfehlungen der Regierung sähen sie sich gezwungen, das Grand National 2020 gänzlich abzusagen [Seite auf Englisch].

 

In einem Pressestatement begründet Sandy Dudgeon, Senior-Steward des Aintree Jockey Clubs, am Montag die Entscheidung:

Wir haben an einem Plan gearbeitet, das Grand National aufgrund seiner Wichtigkeit für und jenseits der Rennindustrie hinter geschlossenen Türen zu organisieren, aber nachdem die Regierung heute Abend ihre neuesten Maßnahmen bestätigt hat, um die Verbreitung des Coronavirus zu bekämpfen, ist dies keine realistische Option mehr.

Sie verstehe, dass die Absage das Events für alle Beteiligten eine große Enttäuschung sei. Dennoch seien dies „außergewöhnliche Zeiten“ und die Entscheidung sei die einzig „verantwortungsvolle Lösung“.

 

Eine Katastrophe für Jockeys und Angestellte

Das Grand National ist eines der größten und wichtigsten Pferdehindernisrennen in Großbritannien. Durch den Ausfall des Turniers erleidet nicht nur die Region um Merseyside herbe wirtschaftliche Verluste, auch für all jene Menschen, die in dem Sport arbeiten, könnten schwere finanzielle Zeiten folgen.

Das Grand National ist seit 1836 mit wenigen Ausnahmen jährlich organisiert worden. Die Pferde laufen dabei über eine Strecke von 7,2 km und müssen 30 Hindernisse überwinden. Zwischen 500 und 600 Millionen Zuschauer verfolgen das Event aus gut 140 verschiedenen Ländern. Auf die Rennstrecke vor Ort lockt es jedes Jahr zwischen 30.000 und 50.000 Zuschauer. Für die Veranstalter bedeutet dies ein Millionengeschäft.

Ein Großteil der Jockey arbeitet in Selbstständigkeit und ist auf die Teilnahme an Turnieren wie dem Grand National angewiesen, um vergütet zu werden. Trainer hingegen werden von den Besitzern der Pferde bezahlt, um diese auf die Events vorzubereiten.

 

Tausende weitere Angestellte kümmern sich um die Versorgung der Pferde, die Sauberkeit der Einrichtungen und alle Notwendigkeiten, die an den Tagen der Events erledigt werden müssen.

 

Und nicht zuletzt erleben auch die Buchmacher, für die der Pferdesport gewöhnlich ein äußerst lohnendes Geschäft darstellt, eine schmerzliche Dürreperiode. Sollten im Juni auch der Royal Ascot und The Epsom Derby abgesagt werden, könnten einige kleinere Wettbüros gänzlich vor dem Aus stehen.