, 13.05.2020

Das österreichische Kanzleramt hat am heutigen Morgen mitgeteilt, die Grenzen zu Deutschland ab dem 15. Juni wieder gänzlich öffnen zu wollen. Schon ab Freitag soll die Anzahl der durchgeführten Grenzkontrollen auf vereinzelte Stichproben reduziert werden.

 

Wie die Tagesschau berichtet, hoffe Österreich darauf, den Tourismus im Land noch vor Beginn der Hochsaison wieder ankurbeln zu können. So machten die Deutschen in der Sommersaison 2019 immerhin 37,4 % aller Touristen aus.

 

Die erwartete Reiselust der Menschen dürfte sich in beiden Ländern auch positiv auf den landbasierten Glücksspielsektor auswirken. Insbesondere die grenznahen Casinos in Südbayern und Nordösterreich könnten zu den ersten Profiteuren zählen.

 

Das betrifft auf deutscher Seite die Bayerischen Spielbanken in Lindau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Wiessee, Bad Reichenhall und Bad Füssing. Auf österreichischer Seite könnten die Casinos Austria in Bregenz, Kleinwalsertal, Seefeld, Innsbruck, Kitzbühel, Zell am See und Salzburg profitieren.

Für die Bayerischen Spielbanken begannen die finanziell schwierigen Zeiten nicht erst mit Beginn der COVID-19-Pandemie. Bereits seit Jahren verzeichneten die meisten der neun Casinos konstant rote Zahlen. Erst im letzten Jahr schien sich der Trend zu wenden.

 

Wie die Süddeutsche Zeitung diesen Monat berichtete, befanden sich die Bayerischen Spielbanken als Gesamtes 2019 erstmals wieder mit 8 Mio. Euro im Plus. Besonders gut habe die Spielbank Bad Wiessee dagestanden, die insgesamt 18,6 Mio. Euro Umsatz verbuchte, was vor allem auf den Tourismus in der Region zurückzuführen sei.

Deutschland könnte gegenüber Österreich jetzt einen kleinen Vorteil haben. So öffneten die Bayerischen Spielbanken ihre Türen bereits am 11. Mai. Besucher können seither unter Einhaltung der Maskenpflicht und Mindestabstände zumindest wieder an den Spielautomaten zocken.

 

Österreichs Casinos hingegen sollen frühestens am 28 Mai wieder Einlass gewähren. Auch dort sollen dann höchste Sicherheitsvorkehrungen gelten, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

 

Casinos Austria und Tourismus stark voneinander abhängig

Enger noch als in Deutschland scheinen Casinos und Tourismus in Österreich verknüpft. So betont die Casinos Austria AG seit Jahren, wie wichtig der Spielbankenbetrieb für Wirtschaft und Tourismus sei. Das betreffe nicht nur die grenznahen Casinos, sondern insbesondere auch das Casino in Wien.

 

Der ehemalige Vorstand der Gruppe, der SPÖ-Politiker Dietmar Hoscher, erläuterte:

Wir sind ein touristischer Leitbetrieb und das nicht nur an den touristischen Casino-Standorten, sondern auch in Wien. Der Tourismus ist in Wien ein extrem wichtiger Wirtschaftszweig. Ich sehe das als wesentliches Merkmal unserer terrestrischen Betriebe.

Casinos Austria bestätigte bereits vor Jahren, dass das Casino in Wien besonders von Touristen aus dem Ausland profitiere. Ein Blick auf die aktuellen Tourismusstatistiken der Hauptstadt könnte dabei weitere Aufschlüsse liefern.

 

So stieg zwischen 2007 und 2018 vor allem die Bettenbelegung in 4- oder 5-Sterne-Hotels an, was auf eine wohlhabendere Klientel hindeutet. Das wiederum passt zu den Angaben des Casinos in Wien, auch dank der steigenden Anzahl von High-Roller-Spielern seine Profite erhöht zu haben.