, 10.06.2020

Der monatelange Corona-Lockdown hat der britischen Glücksspielindustrie sichtlich zugesetzt [Bericht auf Englisch]. Für einige Casinos scheinen die fortwährenden Schließungen jetzt das Aus zu bedeuten. Wie mehrere britische Lokalzeitungen am Dienstag berichtet haben, sehe sich der Glücksspielkonzern Genting UK gezwungen, drei seiner 42 Standorte in Großbritannien zu schließen.

 

Dabei solle es sich um die Casinos in Bristol, Torquay und Margate handeln. Laut einem Brief des Unternehmens an seine Mitarbeiter sei darüber hinaus mit einem Stellenabbau an allen verbleibenden Standorten zu rechnen.

 

Die Arbeitergewerkschaft GMB, zu deren Mitgliedern zahlreiche der potenziell betroffenen Casino-Mitarbeiter zählten, gehe davon aus, dass ein Stellenabbau im zweistelligen Bereich in jedem der Casinos wahrscheinlich sei.

Das britische Casino-Unternehmen Genting UK ist ein Tochterunternehmen des malaysischen Unterhaltungs- und Glücksspielkonzerns Genting Group und seit 2006 in Großbritannien vertreten. Dort leitet das Unternehmen aktuell 42 Casinos, verteilt auf England und Schottland.

 

Vier der Casinos richten sich gezielt an Spieler aus anderen Kulturkreisen, beispielsweise die Genting Casinos in Birmingham China Town und London Chinatown.

 

Auch Großbritanniens größtes Casino, welches sich innerhalb des 2015 eröffneten Unterhaltungskomplexes Resorts World Birmingham befindet, gehört Genting UK an.

Gewerkschaft appelliert an die Regierung

Während ab nächstem Montag zumindest Englands Buchmacher wieder öffnen dürfen, bleiben alle Casinos und Spielhallen in Großbritannien bis auf weiteres geschlossen. Ebenso wie die Angestellten anderer Wirtschaftszweige erhalten die Casino-Mitarbeiter bislang staatliche Hilfen, um die Corona-Krise finanziell überbrücken zu können.

 

Wie die britische Regierung Mitte Mai verkündete, soll der Rettungsschirm allerdings höchstens bis Oktober aufgespannt bleiben. Da für unzählige Branchen jedoch noch kein konkretes Wiedereröffnungsdatum feststeht, scheint fraglich, ob sich die durch die Krise gebeutelten Unternehmen bis dahin erholen können.

 

Matt Roberts, Repräsentant der GMB Gewerkschaft Südwest, erklärt:

Da die Hilfen enden werden, fürchtet GMB, dass dies nur der Anfang von zahlreichen Arbeitsplatzverlusten im Sektor sein und die örtlichen Gemeinden sehr hart treffen wird. Wenn die Regierung möchte, dass dieses Land seinen Freizeit- und Gastgewerbesektor behält, muss ersichtlich werden, dass Unterstützungsmaßnahmen in irgendeiner Form fortgesetzt werden.

Die Gewerkschaft gehe davon aus, dass sich die Casinos erst im Laufe des nächsten Jahres vollständig erholen können. Um zu verhindern, dass tausende Angestellte im Glücksspielsektor ihre Jobs verlören und weitere Standorte permanent schlössen, müsse die Regierung rechtzeitig reagieren und vorausplanen.

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