, 24.02.2020

Albanische Behörden sind am Donnerstag mit Razzien gegen illegale Wettbüros vorgegangen und haben dabei 115 Personen festgenommen sowie 26 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

 

Wie die New York Times berichtet (Link auf Englisch), bestätigte die Polizei am Freitag, dass im Rahmen der Aktion „Schicksal der Spiele“ mehr als 1.500 Beamte an Durchsuchungen in der Hauptstadt Tirana und sieben weiteren Städten des Landes teilgenommen hätten.

 

Dabei seien nicht nur Bargelder in Höhe von umgerechnet 140.000 Euro, sondern auch Waffen, Mobiltelefone, Computer und andere elektronische Geräte beschlagnahmt worden.

Welche Strafen drohen in Albanien bei illegalem Glücksspiel?

Das illegale Glücksspiel kann in Albanien schwer bestraft werden, da sich zahlreiche Delikte anschließen, darunter Steuerhinterziehung, Geldwäsche und die Annahme von Wetten ohne Glücksspiellizenz. Wie das albanische Newsportal exit.al mitgeteilt hat, drohten den Festgenommen der letztwöchigen Aktion „Schicksal der Spiele“ im Falle einer Verurteilung zwischen 7 und 15 Jahren Haft.

Albanien ist eines der ärmsten Länder Europas und kämpft seit Jahren gegen das illegale Glücksspiel. Im Jahre 2018 hatte das Parlament beschlossen, Wettbüros aus Wohngebieten zu verbannen. Seit Januar 2019 ist legales Glücksspiel nur noch in bestimmten Hotelanlagen möglich.

 

Für die Betreiber vieler Wettbüros bedeutete die Maßnahme entweder die Schließung ihrer Geschäfte oder ein Abwandern in die Illegalität.

 

Ein Treffen mit alten Bekannten

 

Laut lokalen Medien trafen die Behörden bei ihren Razzien auf eine Vielzahl von Glücksspiel-Betreibern, die bereits vor dem landesweiten Verbot von Spielhallen in dem Geschäft aktiv waren.

 

Wie vermutet wird, könnten sich diese nach einem Abwandern in die Illegalität zu einer oder mehreren kriminellen Organisationen zusammengeschlossen haben. Die Polizei sei den Personen durch den Tipp eines Bürgers auf die Schliche gekommen. Dieser habe den Behörden über eine Gruppe berichtet, die unlizenzierte Lotterien und Sportwetten betreibe.

 

Nach Angaben der Polizei seien die Ermittlungen mit den Razzien am Donnerstag noch nicht beendet. Die Ermittler wollen im gesamten Land aktiv bleiben, um illegale Glücksspiel-Aktivitäten zu unterbinden.