, 05.01.2019

Kaum hat das Jahr 2019 begonnen, richten sich die Augen von Vertretern der Spieleindustrie nach London, wo Anfang Februar mit der ICE eine der weltweit wichtigsten Branchenmessen erneut ihre Pforten öffnet. Das Event findet vom 5. bis 7. Februar auf dem Londoner ExCeL-Messegelände statt.

 

Ob Sportwetten, Spielautomaten, Online Casinos, Spielbanken oder Anbieter von elektronischen Video Slots: Die ICE-Messe richtet sich an einen breiten Kreis von Fachbesuchern aus der Spieleindustrie und ist seit ihrer Gründung 1990 zu einem festen Event im Terminplan der Branchenvertreter geworden.

 

Wie in den Jahren zuvor verspricht die Messe auch 2019 neue Rekorde bei Ausstellern und Besuchern. 2018 verzeichnete die Messe über 30.000 Gäste aus 130 Nationen und erlebte damit einen Andrang wie nie zuvor in ihrer 29-jährigen Geschichte.

Das ExCeL-Center
Standort der Branchen-Leitmesse ist das ExCeL-Center in den Londoner Docklands. Das moderne Messegelände wurde im Jahr 2000 eröffnet und verfügt über eine Gesamtfläche von über 400.000 m², deren Kernstück zwei je 32.500 m² große Hallen bilden.

 

Neben der ICE finden dort mit der London Boat Show unter anderem die größte Bootsmesse Großbritanniens sowie viele sportliche Großveranstaltungen statt. Während der Olympischen Spiele 2012 und der nachfolgenden Paralympics wurden dort in vier temporär errichteten Hallen mit Plätzen für 6.000 bis 10.000 Zuschauern unter anderem die Wettbewerbe im Tischtennis, Fechten, Boxen und Gewichtheben ausgerichtet.

Doch die Veranstaltung verspricht, auch in diesem Jahr die Rekordzahlen zu toppen. Um dem Besucherandrang und den unzähligen Ausstellern genügend Platz zu verschaffen, stellen die Betreiber von Clarion Events Messehallen mit über 42.000 Quadratmetern zur Verfügung.

 

Aussteller unterschiedlichster Nationen und Branchen

ExCeL-Center in London

ExCeL-Center in London (Bild: Wikepedia)

Mit 124 Ausstellern bilden Firmen aus Großbritannien das größte Ausstellerkontingent, gefolgt von 61 Vertretern aus Malta sowie 29 Unternehmen aus den USA.

 

Dabei zeigt sich auf der ICE, dass Wetten und insbesondere Sportwetten von signifikanter Bedeutung für die gesamte Glücksspiel-Branche sind. So stammen allein knapp 250 Firmen aus dem allgemeinen Wettgeschäft, während weitere 234 Firmen speziell mit Sportwetten zu tun haben.

 

Damit haben die Buchmacher den größten Anteil an den ausstellenden Firmen, gefolgt von Anbietern mobiler Glücksspiel-Lösungen und immerhin 142 Akteuren aus dem Bingo-Sektor.

 

ICE als Pflichttermin für deutsche Aussteller

Novomatic-Stand

Auch Novomatic zeigt sich auf der ICE (Bild: icelondon)

Die ICE ist für deutsche Unternehmen, die mit 17 Firmen das viertgrößte Ausstellerkontingent bilden, ebenfalls ein absolutes Muss. So ist mit der Gauselmann-Gruppe und ihrer Tochterfirma Merkur eines des Branchenschwergewichte der Glücksspiel-Industrie auf der Messe vertreten, aber auch Bally Wulff und der Informationsdienst ISA-Guide haben Stände bei der ICE.

 

Daneben zeigen Zahlungsanbieter wie Wirecard oder JCM Europe auf der Messe Präsenz. Mit Österreichs größtem Glücksspiel-Anbieter Novomatic oder Betradar aus der Schweiz werden zudem weitere bedeutende Player der Glücksspiel-Branche aus dem deutschsprachigen Raum vertreten sein.

 

Gambling Commission dieses Mal nicht mit dabei

Messehostessen

Die GC kritisierte die freizügigen Outfits einiger Frauen (Bild: YouTube)

Neben den zahlreichen Branchenschwergewichten zeigten bei den letzten Messen auch staatliche Kontrolleure Flagge, um direkt mit Branchenvertretern zu diskutieren und auf die Probleme hinzuweisen, die mit dem Glücksspiel einhergehen. Doch im Unterschied zu den Vorjahren gehören die britischen Glücksspiel-Aufseher von der Gambling Commission (GC) nicht zu den Ausstellern der ICE.

 

Ein Grund dafür könnte in der letztjährigen Messe liegen. Vielen Besuchern der ICE 2018 wird sicherlich der damalige Protest der GC noch präsent sein. Damals hatte die Behörde deutliche Kritik an den teilweise äußerst freizügigen Auftritten von Hostessen an den Messeständen einzelner Aussteller geübt.

 

Sarah Harrison von der GC sagte damals der BBC:

Es ist absolut unverständlich, warum die Frauen nur wenig mehr als Badeanzüge tragen, während ihre männlichen Kollegen in Anzügen auftreten. Das ist in keiner Weise zu akzeptieren und hat nichts mit Political Correctness, sondern vielmehr mit guter Unternehmensführung seitens der Aussteller zu tun.

Die GC hatte in Folge angedroht, künftige ICE-Events zu boykottieren, sollten sich diese Vorkommnisse wiederholen. Daraufhin hatte das Management der ICE versprochen, die Aussteller anzuhalten, derart luftige Messeauftritte künftig zu unterlassen. Die Ankündigung scheint die Verantwortlichen von der ICE allerdings nicht überzeugt zu haben.

 

ICE wird von hochkarätigen Konferenzen begleitet

Besucher werden auf der Messe nicht nur an den Ständen mit wertvollen Branchennews versorgt. Darüber hinaus bieten die Organisatoren mit der ICE VOX eine Veranstaltungsreihe, die aus insgesamt sieben separaten Konferenzen besteht.

 

Das Besondere daran ist, dass sich jede Konferenz mit einem anderen Thema befasst, um Besuchern ein möglichst breitgefächertes Know-how mit den neuesten Trends der jeweiligen Branchen zu bieten. Die Messegäste können dabei wählen zwischen:

  • Cyber-Kriminalität und Sicherheit
  • eSports
  • Casino International
  • Lotterien
  • Stand der weltweiten Regulierung
  • Werbung und Marketing
  • Künstliche Intelligenz (KI)

 

Insbesondere mit der letzten, in diesem Jahr neu hinzugekommenen Veranstaltungsreihe über Künstliche Intelligenz zeigen die Veranstalter, dass sie darauf setzen, auch die Entwicklung bei neuesten Technologien und deren Trends umfassend abzubilden.

 

Neben innovativen Sachgebieten kommen jedoch auch klassische Bereiche wie das Handling staatlicher Regulierungsbemühungen, das effiziente Management von online wie offline Casinos oder der immer wichtigere eSports auf die Tagesordnung.

 

Um die Besucher möglichst umfassend zu informieren, werden die Themen dabei von namhaften Branchenvertretern moderiert und mit Spezial-Vorträgen angereichert. Damit verspricht die ICE erneut ein buntes Programm für Zehntausende von Branchenvertretern, die sich in diesem Februar nach London aufmachen werden.