, 08.02.2021

Trotz Ausgangsbeschränkungen haben Polizeikräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den vergangenen Tagen erneut illegale Glücksspieltreffen aufgelöst. Wie die Polizeibehörden mitteilten, sollen sich Spieler unter anderem in Hagen (NRW), Wien und Wallisellen (Region Zürich) zu den verbotenen Runden getroffen haben.

 

Hagen: Polizei kommt mit Rammbock

 

In Hagener Ortsteil Wehringhausen sollen Polizisten in der Nacht zum Samstag ein Lokal gestürmt und dabei zehn Personen beim illegalen Glücksspiel angetroffen haben, berichtet die Westfalenpost. Obwohl keine Details zu den Höhen der Spieleinsätze oder illegalem Glücksspielzubehör bekanntgeworden sind, sei die Polizei in spektakulärer Manier gegen die Beteiligten vorgegangen.

Aufsehenerregend war das Ergebnis einer am Donnerstag durchgeführten Razzia in Nürnberg (Bayern). Nach Informationen der Polizei seien bei einer aufgeflogenen Würfel- und Kartenrunde mit acht Teilnehmern insgesamt 60.000 Euro sichergestellt worden.

Nachdem die Beamten auf das eigentlich geschlossene Gasthaus südlich des Hagener Hauptbahnhofes aufmerksam geworden seien, sei dieses umstellt worden. Auf das Türklopfen der Einsatzkräfte hätten die Anwesenden vorerst jedoch nicht reagiert. Erst nachdem ein Rammbock zum Einsatz gekommen sei, habe eine Person die Tür geöffnet. Mit gezogenen Dienstwaffen hätten die Polizisten anschließend die Gaststätte durchsucht. Dabei seien die Verdächtigen fixiert und kontrolliert worden.

 

Neben dem Verdacht auf illegales Glücksspiel sollen sich bei der Razzia auch Hinweise auf mögliche andere Straftaten ergeben haben. So seien bei der Kontrolle Drogen sichergestellt worden. Gegen die Anwesenden werde zudem wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung ermittelt.

 

Illegales Glücksspiel in Österreich und der Schweiz

 

Zu ähnlichen Vorfällen wie in Deutschland ist es in den vergangenen Tagen auch in Österreich und der Schweiz gekommen. Laut einer Pressemeldung des österreichischen Bundesministeriums für Finanzen sei in der Nacht vom Freitag auf dem Samstag in Wien ein illegales „Untergrund-Casino“ ausgehoben worden.

 

Im Keller eines Hauses im Bezirk Favoriten hätten sich 29 Personen an drei illegalen Pokertischen und fünf illegalen Glücksspielautomaten getroffen. Zudem habe es vor Ort ein „Cashcenter“ mit 5.000 Euro gegeben. Darüber hinaus seien drei Fälle von Schwarzarbeit und zwei Fälle von Sozialbetrug in dem Casino erfasst worden.

 

Zwei der dort anwesenden Karten-Dealer seien arbeitslos gemeldet gewesen. Finanzminister Gernot Blümel wertet die Razzia als Erfolg gegen das illegale Glücksspiel:

„Dieser Einsatz war ein erfolgreicher Schlag gegen die kriminellen Betreiber. Illegales Glücksspiel geschieht fernab jeglichen Spielerschutzes und ruiniert Existenzen und ganze Familien. Die Finanzpolizei wird daher weiter eng mit der Polizei zusammenarbeiten und hart gegen diese Kriminellen vorgehen.“

Kriminelle Handlungen verfolgte auch die Züricher Kantons Polizei am Donnerstag in einem Vereinslokal in Wallisellen. Dort sollen sich zwei Dutzend Personen zum illegalen Glückspiel getroffen haben. Sowohl mit Speisen als auch mit Getränken seien die Anwesenden verköstigt worden. Ein geeignetes Corona-Schutzkonzept habe es nicht gegeben.

 

Gegen einen 45-jährigen Schweizer würden die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland und die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) deshalb ein Strafverfahren einleiten, teilte die Polizei mit.

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