, 10.01.2020

Die Polizei von Messina hat am Donnerstagmorgen Geld und Wertgegenstände im Wert von mehr als 10 Mio. Euro aus mafiösen Geschäften beschlagnahmt. Konkret im Fokus der polizeilichen Ermittlungen steht dabei Domenico La Valle (60), der innerhalb des Mafiaclans „Trovato“ als Glücksspielunternehmer bekannt ist.

 

Videopokerterminals als Schutzgelderpressung

Die italienische Finanzpolizei (Guardia di Finanza) hat ihre Ermittlungen gegen die illegalen Glücksspielaktivitäten mafiöser Organisationen in den letzten Jahren stark intensiviert.

 

Jetzt ist den Behörden ein erfolgreicher Schlag gegen einen berüchtigten sizilianischen Clan gelungen. Medienberichten zufolge habe die Polizei mit Domenico La Valle eine wichtige Schlüsselfigur des Trovato Clans aus dem Verkehr gezogen.

 

La Valle soll über Jahre illegale Glücksspielautomaten in Cafés, Bars und anderen privatgeführten Etablissements aufgestellt haben, um Bargeldeinnahmen für sich und den Clan zu generieren.

Das italienische Statistikinstitut Lenius schätzt, dass die mafiösen Vereinigungen des Landes pro Jahr mindestens 23 Mrd. Euro Umsatz aus dem illegalen Glücksspiel generieren. Das entspreche knapp dem Dreifachen dessen, was der Staat in Form von Steuergeldern aus dem legalen Glücksspielsektor einnehme.

Den Eigentümern der Etablissements sei als Gegenleistung für das „Dulden“ der Geldspielgeräte körperliche Unversehrtheit sowie der Schutz der genutzten Geschäftsräume zugesichert worden.

 

Die Spielautomaten und Videopokerterminals hätten somit als eine Art „Schutzgelderpressung“ fungiert. Die Geschäftsinhaber seien dieser Art des Schutzes dabei nicht abgeneigt gewesen.

 

In Fällen von Diebstählen und Überfällen hätten diese dank des Clans schnell ihre Gelder und Güter zurückerhalten. Der offizielle Weg über die Polizei hingegen sei ihnen vergleichsweise kompliziert und ineffizient erschienen.

 

Erfolg nach zwei Jahren der Ermittlungen

Bereits im Februar 2018 hatten die Ermittlungen gegen La Valle und seinen Clan begonnen. Seinen kriminellen Aktivitäten auf die Spur zu kommen, sei schwierig gewesen. La Valle habe sich stets loyalen Strohmännern bedient, um seine eigenen Spuren zu verschleiern.

 

Im Januar 2019 jedoch sei schließlich ein Haftbefehl gegen ihn erlassen worden. Diesem folgte eine Verurteilung zu 13 Jahren Haft. Neben dem illegalen Glücksspiel zählen auch Steuerdelikte, Körperverletzung und Wucher zu den Anklagepunkten.

 

Erst gestern jedoch habe die Polizei die lang vorbereitete Beschlagnahmung der Gelder und Wertgegenstände des Mannes durchführen können.

 

Obwohl der Finanzpolizei damit ein wichtiger Schritt im Kampf gegen das illegale Glücksspiel gelungen sei, bleibe dieses weiterhin ein großes Problem.