Donnerstag, 29. September 2022

Innsbruck will als E-Sport Standort attraktiver werden

Fifa eWorld Cup Auch E-Sport-Events sollen nach Innsbruck kommen (Bild: Fifa)

In Österreich boomt der E-Sport seit vielen Jahren. Die Stadtverwaltung von Innsbruck hat auf die Entwicklung reagiert. Sie will E-Sport als zukunftsweisenden Wirtschafts-, Tourismus- und Bildungszweig anerkennen. Damit will sie den Weg freimachen, um Digitalunternehmen und Events in die Landeshauptstadt Tirols zu lotsen.

Aus diesem Grund verfassten Abgeordnete von Grünen, FPÖ, Für Innsbruck, ÖVP, Tiroler Seniorenbund und SPÖ in der vergangenen Woche einen gemeinsamen Gemeinderatsantrag zur Förderung der E-Sport-Branche in der Region.

Ziel: Am Boom teilhaben

Ziel der überparteilichen Initiative sei, Innsbruck für die Gaming-Szene reizvoller zu machen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass der Boom an dem Wirtschaftsstandort vorbeiziehe, so Innsbrucks Wirtschaftsstadträtin Christine Oppitz-Plörer.

Die ehemalige Bürgermeisterin Innsbrucks erklärte:

Die Entwicklung des Wirtschaftszweiges Digitale Spiele/Events ist unglaublich dynamisch, hat internationales Potential und ist nicht immer am Radar [sic!] von klassischen Wirtschaftsbetrieben. Mit diesem Antrag wollen wir einerseits Fachexpertise in Innsbruck gewinnen und andererseits spürbare Akzente setzen.

Dem stimmte Gemeinderat Dejan Lukovic zu. Die digitalen Spiele seien schon vor Jahren in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Innsbruck werde sich künftig darum bemühen, „dass alle positiven Aspekte des Mediums genutzt werden, seien diese sozialer, wirtschaftlicher oder touristischer Natur“.

Gemeinderätin und FPÖ-Klubobfrau Andrea Dengg betonte, dass der E-Sport Angehörige aller Altersklassen begeistere. Aus diesem Grund sei es umso wichtiger, den Bereich zu stärken und E-Sport-Events in der Stadt zu etablieren.

Runder Tisch mit allen Beteiligten

Im Gemeinderat habe man sich auf die Einrichtung eines runden Tisches geeinigt. Noch im ersten Halbjahr sollten daran Entwicklerstudios sowie Veranstalter und Vertreter der Wissenschaft Platz nehmen.

Durch die Begleitung der Forscher sei die Evaluierung eines Studienganges im Bereich Spieleentwicklung in Innsbruck denkbar. Auch dies könne dazu beitragen, bessere Grundlagen zu schaffen und Innsbruck für E-Sport-Investoren interessanter zu machen.

In Österreich vertreiben sich laut Studien über 5,3 Millionen Spieler die Zeit mit Fifa und Co. Zugleich kämpfen geschätzte 50.000 Gamer in verschiedenen Wettbewerben und Ligen um Punkte und Siege. Dies habe dazu geführt, dass die Branche 2019 eine gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von 51,1 Mio. Euro erwirtschaften konnte.

Einig sind sich alle Parteien in der Absicht, E-Sport deutlich vom Glücksspiel und dessen negativen Auswirkungen abzugrenzen. Darüber hinaus könne E-Sport laut Oppitz-Plörer dazu beitragen, Videospiele aus ihrer „Schmuddelecke“ zu befreien.

Voraussetzungen dafür seien klare Regeln und Rahmenbedingungen, um die Spieler bestmöglich zu unterstützen und zugleich Missbrauch vorzubeugen. Der Gemeinderat von Innsbruck werde dafür nun die passenden Voraussetzungen schaffen.