Donnerstag, 06. Oktober 2022

Japan plant Casino Aufsichtsbehörde für Januar 2020

Japan

Japan treibt seine Pläne zur Einrichtung einer Aufsichtsbehörde für Casinos voran. Am Freitag hat die japanische Regierung bekanntgegeben, dass sie die Regulierungsbehörde bis zum 7. Januar 2020 einrichten werde.

Die geplante Legalisierung von Casinos in Japan ist an strikte Bedingungen gebunden, die Vorbereitungsmaßnahmen erfordern. Zu diesen gehört die Einrichtung einer speziellen Aufsichtsbehörde für Casinos – die Casino Management Commission. Diese soll als unabhängige Agentur des japanischen Kabinetts aus fünf Mitgliedern bestehen, deren Nominierung der Zustimmung des Parlaments bedarf. Ihre Amtszeit wird sich auf fünf Jahre belaufen.

Die japanische Regierung hat das Glücksspiel für Casino-Resorts Ende 2016 legalisiert. Im vergangenen Jahr wurde per Gesetz zunächst die Errichtung von maximal drei Casino Resorts zugelassen, die Mitte 2025 eröffnet werden sollen. Unklar ist bisher noch, wo die Resorts erbaut werden. Konkrete Pläne gibt es bislang lediglich von der Präfektur Nagasaki, Interesse sollen acht weitere Präfekturen haben, unter ihnen Osaka, Yokohama und Wakayama.

Die Casino Management Commission soll zwei Schwerpunkte haben: einerseits die Überwachung der Aktivitäten der Casino-Resorts, andererseits die Entwicklung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Spielsucht. Zudem wird sie für Sicherheitsfragen zuständig sein.

Nachdem die Regierung nun ihre Pläne für die Aufsichtsbehörde konkretisiert hat, wird eine Ankündigung der Grundrichtlinien erwartet. Bisher ist noch nicht bekannt, welche Kriterien bei der Auswahl der Orte gelten, die sich um die Casino Resorts bewerben.

Nagasaki, Japan

Eines der Casino Resorts könnte in Nagasaki entstehen. (Bild: Pixabay/Hruruk)

Ein im September veröffentlichter Entwurf deutet darauf hin, dass von Bedeutung sein wird, ob die vorgeschlagenen Programme international wettbewerbsfähig sind, ob geeignete Räumlichkeiten vorhanden sind, ob das Territorium von den größeren Städten Japans und vom Ausland aus leicht zu erreichen ist und ob eine kandidierende Präfektur wirksame Gegenmaßnahmen gegen die potenziellen negativen Auswirkungen der Casinos auf die soziale Gemeinschaft ergreift.

Während die interessierten Kommunen mit Spannung auf die Veröffentlichung der Grundpolitik warten, die voraussichtlich Anfang 2020 erfolgt, steht die Bevölkerung selbst den Casino Resorts eher skeptisch gegenüber.

Mehrheit der Bevölkerung will keine Casino Resorts in Japan

Wie die Tageszeitung The Japan Times [Seite auf Englisch] berichtete, lehne der Großteil der Bevölkerung die Einrichtung von Casino Resorts im Land ab. Umfragen der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press hätten ergeben, dass fast 60 Prozent der Japaner gegen die Casinos sind. Sie befürchteten eine Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit. 26,6 Prozent dagegen seien mit den Plänen der Regierung einverstanden.

Rund 63 Prozent der Befürworter hätten sich zudem dafür ausgesprochen, dass ein Casino Resort in ihrer Umgebung entstehe. Fast 30 Prozent jedoch seien zwar mit den Casino Resorts generell einverstanden, nicht aber mit deren Errichtung in ihrer Kommune.

Nicht nur die Bevölkerung sieht die Casino Resorts kritisch, auch Finanzexperten zeigen sich skeptisch. So veröffentlichte die Ratingagentur Fitch Ratings im September einen Bericht, der zeigte, dass die Finanzierung der Projekte zur echten Herausforderung werden könnte.

Casino Resorts als Finanzrisiko?

Das größte Hindernis stelle die geplante Befristung der Lizenzen dar. Nach den Plänen der japanischen Regierung seien diese alle zehn Jahre zu erneuern, zudem könne die Lokalregierung ein Casino Resort schließen, sofern dieses nicht mehr in deren „bestem Interesse“ liege.

Die Analysten Alex Bumazhny, Colin Mansfield und Roman Schorr ergänzten:

„Die Interessengruppen, mit denen wir gesprochen haben, waren zuversichtlich, dass diese Probleme umgangen werden könnten (z. B. Entschädigung durch die Lokalregierung für eine Schließung, die nicht durch den Betreiber verschuldet ist), doch diese Probleme bleiben zum jetzigen Zeitpunkt das größte Hindernis.“

Nach Einschätzungen von Fitch Ratings könnte jedes der drei Resorts Lizenznehmer bis zu 15 Milliarden US-Dollar kosten. Der potenzielle Finanzierungsbedarf sei dabei allerdings noch genauso unklar wie die Anforderungen der japanischen Behörden. Hinsichtlich der Rendite jedoch sei zu erwarten, dass zehn Prozent jährlich zwar machbar, aber ungewiss seien.

Trotz der regulativen und wirtschaftlichen Ungewissheiten, die bisher noch bestehen, zeigen sich Casino-Riesen wie MGM Resorts und Las Vegas Sands bereits jetzt an einer Investition in die japanische Casino-Branche interessiert.