, 27.04.2020

Die japanischen Behörden verschärfen ihre Gangart gegen Spielhallen, die sich der Aufforderung zur Schließung widersetzen. So hat die Stadtverwaltung von Osaka begonnen, die betreffenden Pachinko-Betreiber öffentlich an den Pranger zu stellen.

 

Sechs Betriebe benannt

Ende letzter Woche hatte die Bezirksregierung die Namen von sechs Pachinko-Betrieben bekanntgegeben, die trotz der geforderten Schließung weiter geöffnet hatten. Gleichzeitig verurteilten die Behörden das Verhalten der betreffenden Unternehmen öffentlich scharf.

 

Diese, bei den auf Zurückhaltung bedachten Japanern rigide Maßnahme, zeigte schon nach kurzer Zeit ihre Wirkung, denn nach Angaben lokaler Medien hätten drei der an den Pranger gestellten Pachinko-Hallen ihren Betrieb umgehend eingestellt.

 

Darüber hinaus seien weitere, noch nicht öffentlich gebrandmarkte Spielhallen diesem Schritt gefolgt. Doch die Stadtverwaltung will sich mit diesem Erfolg nicht zufriedengeben. So erklärte ein Sprecher:

Viele der Betriebe haben geschlossen, nachdem wir letzte Woche sechs genannt haben. Wir führen nun eine Untersuchung über Pachinko-Hallen durch und werden das Ergebnis bekanntgeben.

Die öffentliche Bloßstellung war im Rahmen des Artikels 45 des Coronavirus-Reaktionsgesetzes erfolgt, welcher der Regierung im Kampf gegen die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie weitgehende Maßnahmen ermöglicht.

 

Weitere Schritte möglich

Unternehmen, die sich weiterhin gegen eine Schließung sträuben, drohen darüber hinaus weitere Sanktionen. So haben die Behörden durch die Verhängung von Geldbußen eine zusätzliche Möglichkeit, die Betreiber der Pachinko-Hallen zum Einlenken zu bewegen.

Nachdem Japans Regierung in vielen Regionen den Ausnahmezustand ausgerufen hat, ist auch im Land der aufgehenden Sonne das öffentliche Leben stark zurückgegangen. So gab der Mobilfunkanbieter NTT Docomo, mit 53 Millionen Kunden Marktführer in Japan, nach Auswertung von Daten an, dass der Fußgängerverkehr im Vergleich zum Februar in den 47 Präfekturen des Landes um 50 bis 76 % zurückgegangen sei.

Allerdings greift die Verwaltung bei ihren Bemühungen nicht nur auf Strafen zurück. Gleichzeitig winkt Unternehmen der Unterhaltungsbranche, die ihren Betrieb freiwillig vorläufig einstellen, eine finanzielle Unterstützung.

 

So zahlen verschiedene Präfekturen den betroffenen Betrieben eine Soforthilfe in Höhe von 100.000 Yen (umgerechnet 8.600 Euro). Noch spendabler zeigen sich die Stadtverwaltungen von Tokio und Osaka, wo eine sogenanntes Kooperationsgeld von bis zu 1 Mio. Yen ausbezahlt wird.

 

In Kombination mit der vermiedenen öffentlichen Bloßstellung könnte dies für die noch geöffneten Pachinko-Unternehmen ein guter Anreiz sein, der Aufforderung der Regierung nachzukommen.

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