, 28.03.2018

Hand mit Spielchips

Wer viele Chips eintauscht, wird in Japan künftig gemeldet (Bild: Pixabay)

Japans Regierung diskutiert zur Zeit Möglichkeiten, Casinobetreiber zur Preisgabe von Kundeninformationen zu verpflichten, wenn diese Einsätze im Wert von 1 Million Yen (etwa 7.730 Euro) und mehr transferieren. Demnach sind Betreiber von geplanten Casinos in Japan angehalten, Name, Adresse und Geburtsdatum der Kunden, die beim Eintausch besagte Grenze überschritten haben, in Verbindung mit Datum und Uhrzeit der Transaktion zu melden.

 

Die Regel ist vor allem als eine Maßnahme gegen mögliche Geldwäsche gedacht. Den Casinos soll auf diese Weise die Gelegenheit genommen werden, die Einnahmen zur Geldwäsche oder Finanzierung des Terrorismus’ zu nutzen. Informationen über verdächtig hohe Finanztransaktionen müssen deshalb einem Casino-Ausschuss der Regierung gemeldet werden. Damit geht Japan einen ähnlichen Weg wie Singapurs staatliche Kontrolleure. Dort sind Betreiber von Casinos verpflichtet, ab einen Umtauschwert von etwa 6.180 Euro den Aufsichtsbehörden Meldung zu erstatten.

 

Die Bestrebungen Japans stehen im Zusammenhang mit der Diskussion zur möglichen Eröffnung von Spielcasinos in dem fernöstlichen Staat. Bisher ist der Betrieb von Glücksspiel-Casinos in Japan verboten. Doch seit Jahren schon ringen Politiker der Regierung und Vertreter der Glücksspiel-Branche um eine einvernehmliche Lösung, die die Legalisierung von Spielcasinos ermöglicht.

 

Regelungen zur Eindämmung der Spielsucht

Pachinko-Automaten

Sehr beliebt: Pachinko (Bild: Japan Travel)

Die aktuelle Rechtsprechung fußt auf der Befürchtung einer Ausbreitung der Spielsucht in Japan, denn trotz des offiziellen Verbots boomt das Glücksspiel auch im Land der aufgehenden Sonne. So sind im ganzen Land Spielhallen voller Pachinko- und Pachislot-Automaten anzutreffen. Auch bei diesen geht es um Echtgeld-Einsätze, doch aufgrund der vergleichsweise geringwertigen Sachpreise fallen diese Slots nicht unter die restriktive Glücksspiel-Gesetzgebung.

 

Die jetzt diskutierte Regelung ist nur eine in der Reihe möglicher Maßnahmen, mit denen der Zugang japanischer Spieler zu den Casinos beschränkt und kontrolliert werden soll. Staatliche Stellen blicken in diesem Zusammenhang aufmerksam nach Singapur, wo große Glücksspielstätten wie Casino Resorts ebenfalls lange Zeit verboten waren.

 

Mit der Eröffnung von Mega-Etablissements wie dem Marina Bay Sands sind Tourismuszahlen und Steuereinnahmen aus Glücksspiel und Tourismus sprunghaft angestiegen. Um Singapurs Bürger zu schützen, müssen Spieler aus dem Stadtstaat jedoch jedes Mal 60 Dollar bezahlen, wenn sie ein Casino aufsuchen.

 

Eine bewusst abschreckende Regel, die Bewohner Singapurs gegenüber den ausländischen Touristen zudem benachteiligt, da diese keinerlei Eintrittsgeld für den Besuch aufwenden müssen. Darüber hinaus wurde in Singapur die Anzahl von Automaten und Spieltischen beschränkt. Auch eine solche Reglementierung wird von Japans staatlichen Stellen im Rahmen einer möglichen Legalisierung diskutiert.

 

Riesiger Markt für Glücksspiel in Japan

Die im Land allgegenwärtigen Automaten tragen ihren Teil dazu bei, dass Japan auch ohne die Casinos zu einem der größten Glücksspielmärkte der Welt aufgestiegen ist. So erwirtschaften Spielhallen sowie Anbieter von legalen Sportwetten und Lotterien inzwischen einen Umsatz von gigantischen 140 Milliarden Euro im Jahr.

 

Immerhin etwa 60 Prozent der Glücksspielumsätze stammen aus den circa 12.000 Spielhallen mit ihren 380.000 Pachinko- und Pachislot-Automaten. Sie erfreuen sich quer durch alle Bevölkerungsschichten außerordentlich großer Beliebtheit. Es gibt nicht wenige Japaner, die stundenlang gebannt vor den laut klackernden Maschinen sitzen. Nicht zuletzt deshalb grassiert die Spielsucht in Japan auch ohne größere Spielcasinos. Andererseits spekuliert der Staat auf die hohen möglichen Zusatzeinnahmen durch Steuern und Gebühren der umsatz- und gewinnträchtigen Branche.

 

Mit einer Legalisierung, verbunden mit der Einschränkung des Zutritts für Japaner, würde die Regierung beides erreichen. Die benötigten Einnahmen aus dem Glücksspiel und dem damit einhergehend wachsenden Tourismus würden generiert und dabei gleichzeitig die Gefahr einer Ausbreitung der Spielsucht für japanische Spieler eingedämmt.