, 26.12.2019

Der japanische Abgeordnete Tsukasa Akimoto (48) wurde gestern wegen Verdachts auf Annahme von Bestechungsgeldern verhaftet. Er soll 3,7 Mio. Yen (ca. 30.500 Euro) von einem Glücksspielunternehmen angenommen haben, das ein Casino auf der Insel Hokkaido errichten wollte.

 

Bestechungsgelder ins Land geschmuggelt

 

Die japanischen Behörden gaben am Mittwoch bekannt, dass sie Tsukasa Akimoto, einen Abgeordneten der regierenden Liberaldemokratischen Partei, festgenommen haben.

Tsukasa Akimoto

Der japanische Abgeordnete Tsukasa Akimoto wurde am Mittwoch verhaftet. (Bild: Wikipedia/U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Christina M. Styer, Public Domain)

Er soll von dem Online Glücksspielunternehmen 500.com 3,7 Mio. Yen (rund 30.500 Euro) akzeptiert haben.

 

Anfang des Monats waren Akimotos Mitarbeiter bereits verdächtigt worden, große Mengen an Bargeld aus dem Ausland bezogen zu haben, ohne dies dem Zoll zu melden.

 

Am vergangenen Donnerstag fand in den Büros Akimotos in Tokio eine Hausdurchsuchung statt, bei der die Polizei hoffte, Verbindungen zum Geldschmuggel eines Online Glücksspielbetreibers aus China zu finden.

 

Wie lokale Quellen [Seite auf Englisch] berichten, soll nun bekannt geworden sein, dass das Geld von einem Angestellten des Glücksspielbetreibers 500.com illegal in Japan eingeführt worden sei.

Der Online Glücksspielbetreiber 500.com gründete im Jahr 2017 eine japanische Tochtergesellschaft mit dem Ziel, Casino Resorts in Japan zu eröffnen. Dies wurde möglich, nachdem die japanische Regierung mit der Integrated Resort Promotion Bill beschlossen hatte, landgestützte Casino Resorts zuzulassen. Um für die Casino Lizenzen in Frage zu kommen, müssen Glücksspiel-Unternehmen allerdings strenge Auflagen erfüllen und es ist bisher noch nicht absehbar, wie viel Zeit die Lizenzvergabe in Anspruch nehmen wird.

Akimoto hatte von August 2017 bis Oktober 2018 als leitender Kabinettsbeamter Einfluss auf die Entwicklung der Casino Industrie in Japan. Ihm wird nun vorgeworfen, in dieser Zeit die Bestechungsgelder akzeptiert zu haben, um das Unternehmen bei seinem Bestreben, Casinos in Japan zu betreiben, zu unterstützen.

 

Akimoto bestätigte seine Festnahme in den sozialen Medien. Auf Twitter und Facebook schrieb er am Mittwochmorgen:

„Es tut mir leid, dass ich diese Situation und soviel Aufregung verursacht habe. Aber ich bin in keinerlei illegale Handlungen verwickelt und darauf werde ich weiterhin beharren.“

Zudem soll Akimoto seinen Austritt aus der Regierungspartei verkündet haben.

 

Geplanter Casino Betrieb auf Hokkaido gescheitert?

 

Der chinesische Online Lotterieanbieter 500.com betreibt bisher keine landbasierten Casinos. Das Casino Resort auf Hokkaido war Teil des Versuchs, die Angebote des Unternehmens zu diversifizieren, nachdem in China im Jahr 2015 die Online-Verkäufe von Lotterieprodukten eingestellt wurden.

 

Im Jahr 2018, kurz vor Verabschiedung der japanischen Integrated Resorts Implementation Bill, kündigte 500.com an, umgerechnet rund 1,3 Mrd. Euro in ein Konsortium mit dem japanischen Tourismusanbieter Kamori Kanko investieren und mit diesem zusammen ein Casino Resort in dem Dorf Rusutsu errichten zu wollen. Ein Jahr später, im Januar 2019, erklärte Kamori Kanko, man habe sich gegen eine Zusammenarbeit mit 500.com entschieden.

 

Doch nicht nur das gescheiterte Konsortium und der jüngste Skandal um die mutmaßliche Bestechung Akimotos dürften das Vorhaben des Unternehmens, ein Casino-Resort auf Hokkaido zu eröffnen, auf Eis legen. Auch Hokkaido selbst scheidet mittlerweile als Casino-Standort aus.

 

Ende November hatte der Gouverneur von Hokkaido, Naomichi Suzuki, sein Veto gegen die Bewerbung der Präfektur als Casino-Standort eingelegt. Grund hierfür seien mögliche Umweltschäden, die mit der Errichtung eines Casino Resorts einhergehen könnten. Umweltaktivisten hatten beklagt, dass Naturschutzgebiete, vor allem in der Nähe des Sees Utonai, beeinträchtigt werden könnten.

 

Am vergangenen Montag fand im chinesischen Shenzhen die jährliche Generalversammlung von 500.com statt. Bisher hat das Unternehmen noch keine Angaben dazu gemacht, wie die Versammlung gelaufen ist und ob Bedenken hinsichtlich der Entwicklung in Japan geäußert wurden.

 

Medien warten nun gespannt auf eine Stellungnahme von 500.com zum Bestechungsskandal, während Aktionäre an Äußerungen zu den Plänen hinsichtlich der Casino Resorts in Japan interessiert sein dürften.

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