, 08.09.2019

Stephanie H. (28) und ihr Ehemann Mitchell A. (29) gewannen vor drei Jahren eine halbe Million US-Dollar mit einem Rubbellos. Nun werden sie sich in Kürze vor einem Gericht im US-Bundesstaat Michigan verantworten müssen. Dem in der vergangenen Woche festgenommenen Paar wird vorgeworfen, über mehrere Monate mindestens ein Dutzend Einbrüche begangen zu haben.

 

Kurzes Glück in Michigan

 

Das Glück, das das Paar aus den USA Anfang 2016 ereilte, scheint nicht lange angehalten zu haben. Nur rund dreieinhalb Jahre nachdem Stephanie H. und Mitchell A. überglücklich einen riesigen Gewinnscheck der Michigan Lottery in die Kameras der lokalen Medien hielten, sitzen beide in Untersuchungshaft. Die Kaution wurde auf jeweils 50.000 USD festgelegt, bislang wurden die Gelder nicht hinterlegt.

Die Michigan Lottery bietet diverse Glücksspiel- und Lotterieprodukte an. Diese werden über das Internet und rund 10.000 lizensierte Verkaufsstellen im US-Bundesstaat Michigan vertrieben. Besonderer Beliebtheit erfreut sich eine Vielzahl unterschiedlicher Rubbellos-Angebote. Für einen Preis zwischen 1 USD und 30 USD haben Spieler die Chance auf Gewinne von bis zu 4 Millionen USD.  Erlöse aus der Michigan Lottery fließen unter anderem in das öffentliche Schulsystem des Staates.

Die Polizei von Bay County nahm die ehemaligen Gewinner von 500.000 USD in der vergangenen Woche fest. Das Ehepaar wurde in seinem Ford SUV überrascht, nachdem eine Beschreibung des Wagens in Verbindung mit einem kurz zuvor erfolgten Einbruch veröffentlicht worden war.

 

Im Wagen sowie in der später durchsuchten Wohnung des Paares fanden die Ermittler  gestohlen gemeldete Gegenstände.

 

Dutzende Taten?

 

Wie viele Einbrüche auf das Konto von Stephanie H. und Mitchell A. gehen könnten, wird derzeit überprüft. Allein in den vergangenen Wochen seien diverse Taten mit ähnlichem Modus Operandi gemeldet worden, bestätigte Bay County Sheriff Troy Cunningham lokalen Medien gegenüber:

Ich weiß, dass sie außerdem in fünf weiteren Counties unterwegs waren, aber in Bay County hatten wir um die 13 Einbrüche, von denen wir glauben, dass sie von diesen Personen begangen wurden.

Die Einbrüche seien jeweils tagsüber vollzogen worden sein, als die Bewohner nicht anwesend gewesen seien. Sei unerwartet doch jemand vor Ort gewesen, hätte sich das Paar damit herausgeredet, nach einem entlaufenden Hund zu suchen.

 

Wie genau der Absturz von glücklichen Lotterie-Gewinnern zu Serieneinbrechern vonstattenging, ist bislang unklar. Sheriff Cunningham tippt in seinem Statement darauf, dass die beiden das Geld verpulvert hätten.

 

Rettung in letzter Sekunde

 

Gewinner Michigen Lottery 2016

Glückliche Gewinner im Jahr 2016 (Quelle:Michigan Lottery/Facebook)

Tatsächlich traf Stephanie H. der Geldsegen der Michigan Lottery im Januar 2016 unerwartet und vermutlich genau zum richtigen Zeitpunkt. Die damals 25-Jährige gab der Lotto-Gesellschaft gegenüber an (Seite auf Englisch), verzweifelt gewesen zu sein, als sie sich das Rubbellos für 5 USD an einer Tankstelle gekauft hatte.

 

Schon lange hätte sie sich mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Töchtern finanziell von Monat zu Monat hangeln müssen. Kurz zuvor sei ihr Wagen kaputtgegangen und genau an diesem Morgen sei ihr zudem ein Räumungsbescheid für ihre Wohnung zugestellt worden. Als sie erkannt habe, dass das Rubbellos tatsächlich den Jackpot von 500.000 USD bereithielt, habe sie „geweint, wie ein Baby“.

 

Befragt zu ihren Zukunftsplänen hatte die Gewinnerin damals angegeben, in ein neues Auto und ein Haus investieren zu wollen. Zudem sollte die College-Ausbildung ihrer Kinder mit dem Geld finanziert werden.

 

„Wie gewonnen, so zerronnen“

 

Stephanie H. und Mitchell A. sind keineswegs die Einzigen, bei denen das große Lotterieglück schnell ins Gegenteil umgeschlagen sein könnte. Immer wieder schaffen es tragische Fälle von ehemaligen Gewinnern, die den Boden unter den Füßen verloren haben, in die Schlagzeilen.

 

Oft verführt das große Geld zu einem luxuriösen Lebensstil und der Gesellschaft falscher Freunde. Und ehe der vermeintliche Glückspilz sich versieht, erlebt er am eigenen Leib, was das Sprichwort „Wie gewonnen, so zerronnen“ bedeutet.

 

Es ist nicht bekannt, ob von der halben Million USD, die Stephanie H. und Mitchell A. im Jahr 2016 ihr Eigen nennen konnten, noch mehr übrig ist, als der Wagen, in dem sie festgenommen wurden. Vielleicht klärt sich dies ebenso wie die tatsächliche Anzahl ihrer Straftaten vor Gericht auf. Die erste Anhörung soll am 18. September stattfinden.