Donnerstag, 30. Juni 2022

Nieder­ländische Glücks­spiel­behörde fordert besseren Spieler­schutz

Logo KSA Grafik mit Lupe Die KSA rückt Spielerschutz in den Fokus (Bilder: KSA)

Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) will für einen besseren Spielerschutz beim Online-Glücksspiel sorgen. Sie forderte die Betreiber von Online-Casinos und -Sportwetten am Montag deshalb dazu auf, mehr für die Sicherheit der Spieler zu tun, wenn sie nicht regulatorische Konsequenzen riskieren wollten.

KSA fordert mehr Engagement

René Jansen, Direktor der KSA, erklärte auf der Gaming in Holland-Konferenz, dass eine Intervention seiner Behörde drohe, wenn Online-Anbieter nicht die vereinbarten Maßnahmen ergriffen. Hintergrund der Warnung ist, dass es in den Niederlanden beispielsweise keine festen, von der KSA vorgegebenen Einsatzlimits für die Betreiber gibt.

Diese können stattdessen von den Spielern selbst festgelegt werden. Allerdings haben die Anbieter dabei die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Spielerschutz gewährleistet wird und Spieler nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Dies sei nach Ansicht des KSA-Vorsitzenden nicht immer gegeben.

Der KSA-Direktor warnte deshalb:

Wir werden nicht zögern, sofort einzugreifen, wenn es konkrete Anzeichen dafür gibt, dass die Betreiber die Sorgfaltspflicht nicht einhalten.

Um dies durchzusetzen kündigte Jansen vermehrte Kontrollen an. Es gehe nun nicht mehr um die Pläne der Online-Betreiber für mehr Spielerschutz, sondern darum, wie sie diesen praktisch umsetzten.

Jansen regte zudem weitere Maßnahmen für einen besseren Spielerschutz an. Dazu gehörten Risikoprofile, die die Glücksspiel-Anbieter für ihre Kunden anlegen müssten. Solche erlaubten es ihnen, rechtzeitig auf problematisches Spielverhalten zu reagieren.

Ebenfalls mehr Kontrollen bei Spielhallen

Die KSA hat nicht nur gegenüber Online-Anbietern die Durchsetzung der Richtlinien eingefordert. Am Freitag kündigte die Aufsichtsbehörde an, die Betreiber von Spielhallen in Bezug auf die Einhaltung der Zugangsbestimmungen genauer zu kontrollieren [Seite auf Niederländisch]. Die terrestrischen Glücksspiel-Geschäfte sind dazu verpflichtet, Spieler beim Einlass auf einen möglichen Eintrag in der Cruks getauften Sperrdatei hin zu überprüfen.

Das Centraal Register Uitsluiting Kansspelen (Cruks) gilt sowohl für das Online-Glücksspiel als auch für terrestrische Casinos und Spielhallen. In dem System können sich Spieler selbst sperren lassen, beispielsweise, wenn sie bei sich ein riskantes Glücksspiel-Verhalten festgestellt haben. Darüber hinaus ist es seit Oktober 2021 auch Dritten möglich, Spielern per Antrag eine unfreiwillige Spielpause zu verordnen. Zu den möglichen Antragstellern können Familienangehörige und Freunde, aber auch Arbeitgeber gehören.

In einem Statement erklärt die KSA, dass sie sich nach Eingang mehrerer Beschwerden zu der verstärkten Prüfung veranlasst sehe. Demnach habe sie „Dutzende von Berichten“ über Spieler erhalten, die freien Zugang zu den Spielhallen erhalten hätten, obwohl sie in der Cruks-Datei registriert gewesen seien.

Grafik Cruks-System KSA

Cruks soll den Spielerschutz stärken (Bild: KSA)

Das Versäumnis liege zum einen daran, dass in einigen Betrieben keine ausreichenden Zutrittskontrollen durchgeführt würden. In anderen Fällen hingegen seien die Cruks-Vermerke vom Personal schlichtweg ignoriert worden.

Wie die KSA betonte, stufe sie derlei Verstöße als schwerwiegend ein. Sollten bei Kontrollen ähnliche Vorfälle registriert werden, müssten die Betreiber mit ernsten Sanktionen rechnen. Über deren Höhe machte die KSA bisher keine Angaben.