, April 15, 2019

Das LeoVegas Online Casino wird derzeit von der britischen Glücksspielkommission (UKGC) untersucht. Der Anbieter soll an einen gesperrten Problemspieler weiterhin E-Mails mit Promotionen, in denen Freispiele und Bonusangebote enthalten waren, geschickt haben, um ihn zum Spielen zu motivieren.

 

Besagter Spieler-Account wurde im vergangenen Jahr gesperrt. Die UKGC soll derzeit prüfen, ob die LeoVegas Gruppe gegen seine Lizenzbedingungen verstoßen habe, die ihr die Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich gewähre.

LeoVegas musste im Jahre 2018 wegen ähnlicher Verfehlungen eine Geldbuße in Höhe von 600.000 Pfund Sterling zahlen. Bei den meisten Verstößen handelte es sich um Mängel beim Selbstausschlussverfahren. Gesperrten Spielern war es möglich, weiterhin zu spielen.

 

Insgesamt sollen 1.894 Fälle aufgedeckt worden sein, bei denen LeoVegas-Kunden, die das Selbstausschlusssystem aktiviert hatten, Promotionsmaterialien erhielten. Mehr als 400 Kunden hätten zwei Monate lang rund 200.000 Pfund Sterling setzen können, ohne vom Unternehmen kontaktiert zu werden. Auch sei die vorgeschriebene 24-Stunden-Abkühlphase nicht eingehalten worden.

Trotz der Sperre sollen Subunternehmen der LeoVegas-Gruppe E-Mails mit Promotionen und Bonusangeboten verschickt haben, unter anderem das Pink Casino und Castle Jackpot. Zu diesen Fällen gab LeoVegas noch kein Statement ab.

 

Gesperrter Spieler konnte problemlos zocken

Im Januar dieses Jahres soll der betroffene Spieler einen neuen Account auf 21.co.uk, einer von LeoVegas betriebenen Plattform, unter Angabe derselben persönlichen Daten angelegt haben.

 

Der betroffene Spieler soll sich dann die Bankkarte seiner Mutter ohne deren Zustimmung angeeignet haben, woraufhin er Medienberichten zufolge [Seite auf Englisch] insgesamt 20.000 Pfund Sterling verspielt habe.

 

Darüber hinaus soll der Betroffene mehrere tausend Pfund Sterling von Online Kreditgebern erhalten haben, unter anderem von Moneybox, MyJar und Satsuma. Erst nachdem der Problemspieler fünfstellige Beträge gesetzt habe, soll 21.co.uk ihn dazu aufgefordert haben, seine Identität zu verifizieren. Schließlich wurde das Konto gesperrt.

Online Kreditgeber

 

Online Geldverleiher gewähren in der Regel schnelle und ungesicherte Kredite. Der Kunde muss also keine Sicherheiten vorweisen. Dabei handelt es sich meist um kleinere Beträge. MyJar gewährt beispielsweise Kleinkredite von bis zu 1.000 Pfund Sterling.

 

PC, Geldscheine, Taschenrechner

Online Kreditgeber gewähren schnell und unkompliziert Kredite. (Bild: pixabay.com)

 

Der Kreditnehmer muss nur ein regelmäßiges Einkommen nachweisen. Daher werden diese Angebote gern von Personen in Anspruch genommen, die keinen oder nur einen unzureichenden Bonitätsnachweis erbringen können.

Die UK Gambling Commission bezieht Stellung

Tom Watson, der stellvertretende Vorsitzende der britischen Labour Partei, der sich für strengere Richtlinien für Online Glücksspielanbieter einsetzt, kommentierte, dass es nicht sinnvoll sei, wenn ein Glücksspielunternehmen Identitätsprüfungen vornehme, nachdem die Spieler bereits hohe Summen verloren hätten.

 

Er fügte hinzu:

„Das ganze System scheint falsch herum zu laufen. Wir müssen zudem Sofortmaßnahmen ergreifen, um das Spielen per Kreditkarte zu unterbinden und die Bombardierung von Problemspielern mit Glücksspiel-Promotionsmaterial.“

Ein Sprecher der britischen Glücksspielkommission kommentierte den Vorfall und sagte, dass die Glücksspielanbieter klare Regeln einzuhalten hätten, um deren Kunden vor Schäden zu bewahren. Bei Hinweisen darauf, dass diese Regeln nicht befolgt würden, müsse man die entsprechenden Vorfälle untersuchen.

 

Noch schärfere Regeln für Online Casinos

Aufgrund der Vorfälle will die britische Regierung nun prüfen, ob die Notwendigkeit bestehe, die Regulierungen hinsichtlich der Online Casinos und Sportwetten zu verschärfen, beispielsweise mit einer detaillierteren Überprüfung der Identität.

 

Derzeit sind Online Casinos oder Buchmacher noch nicht dazu verpflichtet zu überprüfen, ob es sich ein Spieler leisten kann, seine Wetten und Einsätze zu platzieren.

 

Schloss

UK Gambling Commission fordert noch mehr Sicherheit beim Online Spiel. (Bild: pixabay.com)

Aus diesem Grunde erwägt die Regierung Großbritanniens ein Verbot der Nutzung von Kreditkarten für das Spiel in Online Casinos um zu verhindern, dass Spieler Geld einsetzen, über das sie im Grunde nicht verfügen.

 

Die Einsätze, die mit der Kreditkarte getätigt werden, belaufen sich jährlich auf rund 8,6 Millionen Pfund Sterling. Laut der Labour Partei sei dies eines der größten Probleme, denn es könne zu einer Schuldenspirale mit unabsehbaren Folgen für den Spieler führen.

 

Es ist durchaus möglich, dass die Spieler in Großbritannien bald nicht mehr mit ihrer Kreditkarte in Online Casinos bezahlen können.

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