Glücksspiel-Studie erhält Ig-Nobelpreis

, September 17, 2017

Die lg-Nobelpreisträger: Matthew Rockloss und Nancy Greer.

Matthew Rockloff und Nancy Greer erhielten für ihre Glücksspielstudie den Anti-Nobelpreis. (Bildquelle)

 

Vor kurzem wurden an der renommierten Harvard-Universität die lg-Nobelpreise 2017 vergeben. In der Kategorie Wirtschaft setzten sich Matthew Rockloff und Nancy Greer mit ihrer Studie durch. Sie gingen der Frage nach, ob Menschen eher dazu neigen, mehr beim Glücksspiel zu riskieren, wenn Sie vorher Kontakt mit einem Krokodil hatten. Klingt skurril? Genau darum geht es auch bei der Preisverleihung, die jährlich von der Satirezeitschrift Annals of Inpropable Research vergeben wird.

 

Große Aufregung, höheres Risiko

Rockloff und Greer gewannen den lg-Nobelpreis in der Kategorie Wirtschaft. Rockloff, Chef des Forschungslabors an der Central Queensland University, und seine Forschungsassistentin nahmen den Preis persönlich entgegen. In ihrer Studie legten Sie den Probanden ein 1 Meter langes Salzwasserkrokodil in die Arme von Menschen, die kurze Zeit später an einem Glücksspiel teilnehmen wollten. Sie fanden heraus, dass die durch das Reptil hervorgerufene Aufregung dazuführt, dass Menschen höhere Einsätze riskieren. Außerdem: Menschen, die enorme Angst hatten, das Krokodil überhaupt anzufassen, riskierten anschließend auch weniger beim Glücksspiel.

 

Zwar ist die Studie oberflächlich betrachtet durchaus zu belächeln, doch wie bei jedem lg-Nobelpreisträger brachte die Untersuchung auch wertvolle Erkenntnisse. Es war die erste Studie, die den Einfluss von Aufregung auf die Bereitschaft zum Glücksspiel untersuchte. Sie könnte der Startpunkt sein, um das Verhalten von Glücksspielern aufgrund unmittelbar zuvor erfahrener Emotionen genauer zu erforschen.

 

Die skurrilsten lg-Nobelpreisträger 2017

 

Auch in diesem Jahr gingen die Preise für eine „unwürdige“ Forschung an teils skurrile Studien und Ideen. So beschäftigte sich ein Forscherteam aus Großbritannien und Frankreich mit der Frage, wie stark sich Menschen vor Käse ekeln können. Sie benutzten dafür eine neue Technologie zum Scannen des Gehirns. Die Erkenntnisse hielten sich in Grenzen, immerhin erhielten Sie aber den Preis in der Kategorie Medizin. Nicht minder kurios: In der Kategorie Ernährung ging der Preis an ein Forschungsprojekt zum Thema Menschenblut-Diät. Das Team fütterte Fledermäuse, die sich sonst nur von tierischem Blut ernähren, mit Menschenblut. Ergebnislos, aber dennoch skurril ist die Studie von Marc-Antoine Fardin. Er steckte Katzen in Gläser, um herauszufinden, welchen Aggregatzustand die Tiere haben. Resultate konnte er nicht liefern. Im Bereich Flüssige Dynamiken erhielt ein Südkoreaner den Spottpreis, weil er sich mit der Frage beschäftigte: Was passiert, wenn ein Mensch rückwärts läuft und dabei eine Tasse Kaffee in der Hand hält?

 

 

lg-Nobelpreis wird seit 1991 vergeben

 

Unter dem Motto Erst lachen, dann darüber nachdenken findet die Preisverleihung seit 1991 statt. Im Gegensatz zum wahrhaft renommierten Nobelpreis geht es bei der skurrilen, jedoch pompös inszenierten Veranstaltung vor allem um den Spaß-Faktor. Studien, die sonst nie Erwähnung finden würden, werden bei dieser Preisverleihung dafür ausgezeichnet, eine Antwort auf skurrile Fragen zu finden. Seit 2012 werden die Spottpreise an der Harvard-Universität verliehen.

 

Im vergangenen Jahr erhielt unter anderem Volkswagen in der Kategorie Chemie den Anti-Nobelpreis für die Diesel-Abgasaffäre. Die Freude über diesen Preis dürfte sich in Deutschland in Grenzen gehalten haben. Die jährliche Veranstaltung gleicht einer schrillen Party, die in der noblen Aula der preisgekrönten Universität kaum deplatzierter wirken könnte. Eben genau so, wie die meisten ausgezeichneten Studien und Arbeiten.