, 05.01.2020

Am Donnerstag versammelten sich Hunderte von Casinoangestellten in Macau, um auf den Straßen der Glücksspielmetropole für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Die Gewerkschaft New Macau Gaming Staff Rights Association fordert neben einer Anpassung der Gehälter auch Transparenz in Bezug auf mögliche gesundheitliche Risiken durch computergestützte Systeme an den Spieltischen der Casinos.

 

Hunderte Casinoangestellte auf den Straßen Macaus

 

Laut eigenen Angaben setzt sich die New Macau Gaming Staff Rights Association für die Belange aller Angestellten der Glücksspielindustrie der Sonderverwaltungszone ein. Den vergangenen Donnerstag nutzte die Gewerkschaft, um ihre Unzufriedenheit mit den herrschenden Arbeitsbedingungen auf die Straße zu tragen.

 

Der Vereinigung zufolge versammelten sich rund 500 Mitarbeiter der ansässigen Casinos, darunter Croupiers, Sicherheits- und Technikpersonal, zum Protest. Die Behörden sprechen von rund 290 Demonstranten.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau betreiben die sechs lizensierten Glücksspielanbieter Sands, Wynn, MGM, Melco, Galaxy und SJM insgesamt 38 Casinos. Über 50.000 Angestellte sollen in den Glücksspieltempeln angestellt sein.

Als Anführerin der Proteste gilt Cloee Chao, die bereits seit langem ungerechte Arbeitsbedingungen für das Casinopersonal öffentlich anprangert. Ihre Forderung für die Belegschaften: Ein 14. Monatsgehalt sowie eine garantierte jährliche Gehaltserhöhung von fünf Prozent.

 

Laut Chao sei es an der Zeit, dass die Casinos ihre in den vergangenen drei Jahren signifikant gestiegenen Gewinne auch an die Angestellten weitergeben. Diese hätten bislang lediglich mit einem jährlichen Plus von 2,5 Prozent rechnen können. Dies habe die auf rund 3 Prozent bezifferte Inflation nicht ausgleichen können.

 

Angleichung an den öffentlichen Dienst

 

Weiterhin fordert die Vereinigung die Verkürzung der Arbeitszeit auf maximal eine Fünf-Tage-Woche. Ein Ende der derzeit gängigen 48-Stunden-Woche müsse ebenso diskutiert werden, wie eine Ausweitung der jährlichen Urlaubszeiten auf 22 Tage. In Macau wohnhafte Casinoangestellte sollten zudem Zugang zum System des subventionierten Wohnraums bekommen. Entsprechende Programme existieren bislang nur für nicht lokal ansässige Mitarbeiter.

 

Mit ihren Forderungen verlangt die New Macau Gaming Staff Rights Association in weiten Teilen eine Angleichung der Arbeitsbedingungen im Glücksspielbereich an die des öffentlichen Sektors in Macau.

 

Als hundertprozentige Konzessionäre der Sonderverwaltungszone gelten die derzeit sechs lizensierten Glücksspielbetreiber Macaus weithin als „quasi-staatliche“ Akteure. Dementsprechend, so der Konsens unter den Demonstranten, sollten sie auch mit ihren Angestellten verfahren.

 

Krankmachende Hochfrequenzsignale?

 

Ein weiteres großes Thema der Demonstration am Donnerstag bildete der gesundheitliche Schutz der Glücksspielangestellten. Besonders im Fokus standen hierbei computergestützte Systeme, die in vielen der großen Casinos Macaus Teil des Sicherheitsapparates sind.

 

Casinos Macau bei Nacht

Diverse Casinos in Macau arbeiten mit Hochfrequenzsignalen (Symbolbild, Quelle: Brenden Brain, licensed under CC BY-SA 3.0)

Direkt unter den Spieltischen installierte Sender identifizieren hierbei die auf dem Tisch zum Einsatz kommenden Chips über Hochfrequenzsignale (Seite auf Englisch), um Betrug vorzubeugen.

 

Laut Chao erreichten die New Macau Gaming Staff Rights Association immer wieder Klagen von an den entsprechenden Tischen arbeitenden Angestellten. Diese fühlten sich nach längeren Einsätzen häufig unwohl. Unter den Mitarbeitern hätte sich der Name „Strahlentische“ für die mit dem System ausgestatteten Tables eingebürgert.

 

Die Gewerkschaft fordert die Abschaffung der Systeme. Bislang sperrt sich das zuständige Macau Gaming Inspection and Coordination Bureau (DICJ) jedoch gegen das Ansinnen der Angestellten.

 

Glücksspielaufsicht reagiert zögerlich

 

Lokalen Medien zufolge lägen der Glücksspielaufsicht unabhängige Berichte aus Hongkong, Singapur und vom chinesischen Festland vor, nach denen von den Signalen keine Gefahr für die Mitarbeiter ausgehe. Zudem unterlägen die Casinobetreiber bei der Einführung neuer Technologien strengen Auflagen, so das DIJC:

Neben der Unterstützung der zuständigen Regierungsstellen bei der Durchführung regelmäßiger Überprüfungen der Einhaltung der Arbeitssicherheit fordern wir die Casinobetreiber auf, bei der Genehmigung solcher Installationen unabhängige Testberichte der Spieleinrichtungen von Dritten einzureichen.

Der New Macau Gaming Staff Rights Association reiche dies eigenen Angaben zufolge nicht. Sprecherin Cloee Chao zufolge fordere die Gewerkschaft das DIJC weiterhin zu persönlichen Gesprächen zum Thema auf.

 

Sollten sich die Verantwortlichen zudem weigern, die Studienergebnisse zu den Hochfrequenzsignalen zu veröffentlichen, sei auf den Straßen Macaus auch künftig mit Hunderten demonstrierender Glücksspielangestellten zu rechnen.

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