, 15.04.2020

Litauische Glücksspielanbieter wollen ab heute auf ihre Werbeplatzierungen verzichten. Als Branchenverbände haben die Lithuanian Gambling Business Association und die National Gambling and Games Business Association eine entsprechende Entscheidung unterstützt.

 

Die Industrie will damit ihrer sozialen Verantwortung während der Corona-Krise nachkommen und einen Beitrag zum Spielerschutz leisten.

 

Der staatliche Regulator, die Gaming Control Authority (GCA), hatte die Beschränkungen bereits vor Wochen gefordert, da sich die Werbung für Glücksspielprodukte mit Beginn der Ausgangssperren deutlich vermehrt hatte.

Die Kontrolle von Glücksspielwerbung hat in Litauen zugenommen. Seit Februar dieses Jahres sind Glücksspielbetreiber dazu verpflichtet, audio-visuelle und textliche Werbeanzeigen mit einem Warnhinweis über Glücksspielsucht zu versehen.

Andauern soll die Werbebeschränkung noch mindestens bis zum 27. April 2020, dem offiziellen Ablaufdatum der Quarantänepflicht.

 

Mehr Sicherheit für Spieler in einer schwierigen Zeit

 

Mit der Streichung der Glücksspielwerbung im Fernsehen, im Internet und anderen Medienkanälen kommen Litauens Glücksspielanbieter einer Bitte der GCA (Link auf Englisch) nach.

 

Sie hatte sich am 1. April 2020 mit einem Brief an die Branchenverbände gewandt und darin für eine Reduzierung der Glücksspielwerbung während des Corona-Lockdowns plädiert.

 

In dem Schreiben heißt es warnend:

„Die Glücksspielbehörde weist darauf hin, dass Werbung einer der stimulierenden Faktoren für Menschen mit Glücksspielproblemen ist. Werbung kann diese Menschen zum Spielen ermutigen, insbesondere während der Quarantäne.“

Für die GCA, deren Arbeit ebenfalls durch Ausgangssperren behindert wird, sind die Forderungen eines Werbeverbots ein Weg, die Interessen von Problemspielern und pathologischen Spielern in der Krise zu vertreten.

 

Angebote, wie „persönliche Konsultationen“ können durch die Institution derzeit nämlich nicht wie gewohnt angeboten werden. Bis zum Ende der Quarantäne könnten sich Problemspieler mit Wünschen wie einem Selbstausschluss nur per E-Mail melden, wie die GCA auf ihrer Webseite schreibt.

 

Für die in Litauen lizenzierten Glücksspielanbieter dürfte der temporäre Selbstverzicht in Anbetracht der Umsatzentwicklungen der vergangenen Jahre verschmerzbar sein. Allein im Jahre 2019 hatte die Branche 40,5 Millionen Euro umgesetzt und damit im Vorjahresvergleich ein Wachstum von 44,5 % erzielt.

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