, 29.10.2020

Fußball-Star Lukas Podolski ist nicht länger Markenbotschafter des deutschen Buchmachers XTiP Sportwetten. Grund sei die „strenge Regel, dass Sportfunktionäre und aktive Sportler nicht mehr im Umfeld einer Sportwettmarke präsent sein dürfen“, so Markus Ettlin vom Mutterkonzern Gauselmann am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

Die von Ettlin angesprochene Regelung ist Teil des geltenden Glücksspielstaatsvertrages. Er begrenzt die Werbung für Sportwettenangebote. Zum Zwecke des Jugendschutzes soll nicht mit populären Sportlern geworben werden.

Ende eines „idealen Markenbotschafters“

 

XTiP Sportwetten hatte Mitte Oktober als eines der ersten deutschen Unternehmen eine bundesweite Sportwettenerlaubnis erhalten. Die „bittere Kehrseite“ sei, so Ettlin, das Ende der Zusammenarbeit mit Lukas Podolski:

„Die Freude über die Konzessionserteilung ist bei uns sehr groß. Leider hat sie auch eine bittere Kehrseite. Denn jetzt gilt die strenge Regel, dass Sportfunktionäre und aktive Sportler nicht mehr im Umfeld einer Sportwettmarke präsent sein dürfen. Das bedeutet das sofortige Ende für unseren Kooperationsvertrag mit Lukas Podolski, der eigentlich bis Ende 2021 und länger laufen sollte.“

Dies sei „jammerschade“, da Podolski durch seinen natürlichen, ehrlichen und authentischen Auftritt ein „idealer Markenbotschafter“ sei.

 

Auch Podolski zieht ein positives Fazit zur Zusammenarbeit mit XtiP. Gemeinsam habe man viel bewegt und Podolskis Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche geholfen. Das Vertragsende müsse man akzeptieren. „Gesetz ist Gesetz“, so der 35-Jährige, dies müsse man „genauso sportlich sehen wie die Entscheidung des Schiedsrichters“.

 

Glücksspielwerbung in der Kritik

 

Obgleich Werbung mit Sportlern seit Jahren als effektives Werkzeug für Sportwettenanbieter dient, hat sie in Deutschland immer wieder Kritik ausgelöst.

 

In der vergangenen Woche hatte Fußball-Kommentator Werner Hansch den ehemaligen deutschen Star-Torhüter Oliver Kahn für die Zusammenarbeit mit Sportwettenunternehmen kritisiert. Laut Hansch sei es bedauerlich, wenn Sportler ihre Prominenz für die Glücksspielwerbung nutzten.

 

Bedenken regten sich jedoch nicht nur gegenüber Sportlern, sondern auch an Bundesligavereinen. Im Oktober letzten Jahres war bekanntgeworden, dass mehrere Aufsichtsbehörden ordnungsbehördliche Verfahren gegen die Vereine Borussia Dortmund, Werder Bremen und den 1. FC Köln wegen unerlaubter Glücksspielwerbung eingeleitet hatten.

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