, 14.01.2021

Ein Komitee-Mitglied des maltesischen Fußball-Drittligisten Attard F.C. hat sich am Mittwoch wegen Wettbetruges und illegaler Sportwetten vor Gericht verantworten müssen. Wie die Zeitung Malta Today berichtet [Seite auf Englisch], habe der 21-jährige Rudgar Scerri sich vollständig schuldig bekannt.

 

Konkret seien gegen ihn drei Anklagepunkte erhoben worden: die Involvierung in die Manipulation eines Sportevents seines Vereins, Missachtung der Meldepflicht bei Kenntnis über Spielmanipulation, Annahme von Sportwetten ohne Genehmigung.

Die Regierung Maltas hat im Jahr 2018 ihre Gesetzgebung in Bezug auf Korruption und Spielmanipulation im Sport verschärft. Gemäß dem Gesetzesentwurf Prevention of Corruption in Sport Act vom 31.07.2018 steht auf die aktive Involvierung in Spielmanipulation eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren sowie eine Geldstrafe zwischen 5.000 und 30.000 Euro. Wer Kenntnis über eine Spielmanipulation hat und diese nicht anzeigt, kann bis zu einem Jahr Haft und einer Geldstrafe bis zu 25.000 Euro belangt werden.

Seine Vergehen seien aufgedeckt worden, nachdem die Polizei einen konkreten Hinweis erhalten habe. Daraufhin hätten die Beamten eine Hausdurchsuchung durchgeführt und dabei mehrere elektronische Geräte sowie laut Presse zwischen 20.000 und 30.000 Euro in bar beschlagnahmt.

 

Die Behörden hätten ihm anschließend nachweisen können, Spieler des Attard F.C. kontaktiert zu haben, um diesen Bestechungsangebote zu unterbreiten. Die Polizei vermute, dass Scerri mit Komplizen zusammengearbeitet habe. Gegen einige Verdächtige werde noch immer ermittelt.

 

Die zuständige Richterin habe Scerri schließlich zu zwei Jahren Haft verurteilt. Diese seien jedoch für vier Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Darüber hinaus müsse er eine Geldstrafe von 50.000 Euro zahlen. Die bereits konfiszierten Gelder würden davon abgerechnet. Den Rest dürfe er in monatlichen Raten begleichen.

 

Urteil laut maltesischem Fußballverband zu milde

In den Augen der Malta Football Association (MFA) sei das Urteil deutlich zu milde ausgefallen. Wie der Verband in einem Statement auf seiner Webseite erklärt, werde Scerri mit sofortiger Wirkung von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen.

 

Anschließend hat sich MFA-Präsident Bjorn Vassallo in einem weiteren Statement persönlich zu der Angelegenheit geäußert. Er sei „äußerst enttäuscht“ darüber, dass ein derartiges Vergehen, obendrein begangen von einem Mitglied des geschädigten Vereins, lediglich mit einer Bewährungsstrafe davongekommen sei.

Ich kann die Strafe weder nachvollziehen noch mich mit ihr einverstanden erklären, denn meiner Meinung nach ist sie zu milde und sendet definitiv nicht die richtige Botschaft aus, wodurch sie die Arbeit derer untergräbt, die gegen Spielmanipulation kämpfen.

Die MFA werde ihrerseits auch weiterhin alles dafür tun, um jedwede kriminelle Handlung in Bezug auf den Fußball zu verhindern. Sowohl in Bezug auf Spielmanipulation und den Erhalt der Sport-Integrität als auch auf Geldwäsche-Risiken im Zusammenhang mit Sport und Wetten arbeite der Verband eng mit den Behörden zusammen.

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