Montag, 28. November 2022

Merkur Spielbanken in Sachsen-Anhalt erhalten G4-Zertifikat

Knut Achilles und Jan Kowala

Die Merkur Spielbanken in Sachsen-Anhalt haben erneut das Spielerschutz-Zertifikat der Global Gambling Guidance Group (G4) erhalten. Dies hat der Mutterkonzern Gauselmann Gruppe am Mittwoch per Pressemitteilung bekannt gegeben. Wie der Konzern erklärt, sei das G4-Zertifikat an alle drei Standorte (Magdeburg, Halle und Leuna-Günthersdorf) vergeben worden.

Seit 2015 unterzögen sich die Spielbanken alle zwei Jahre der freiwilligen Prüfung durch die Auditoren von G4. Dadurch werde sichergestellt, dass die von den Experten festgesetzten Spielerschutz-Standards stets entsprechend den aktuellen Vorgaben eingehalten würden.

In diesem Jahr hätten alle drei Standorte den Prozess „ohne jede Beanstandung“ durchlaufen. Für die Spielbanken sei dies eine Bestätigung, dass die eigenen Präventionsmaßnahmen funktionierten und „gewissenhaft in der Praxis angewendet“ würden.

Spielbanken-Leiter Knut Achilles lobte in diesem Zusammenhang insbesondere das Personal:

Die erneute Zertifizierung durch die G4-Kommission hat gezeigt, dass unsere Spielbank-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter äußerst professionell und kompetent sämtliche Jugend- und Spielerschutz-Maßnahmen umsetzen. Die erneute Auszeichnung ist daher auch ein Beleg für das hervorragende Schulungsmanagement in der gesamten Unternehmensgruppe.

Die Prüfung der Mitarbeiter, inklusive Live-Interviews, sei ein wesentlicher Bestandteil des G4-Zertifizierungsprozesses. Dazu zähle die Überprüfung, welche Schulungen das Personal durchlaufe und wie sich die Angestellten bei Zutrittskontrollen verhielten.

Ein umfangreicher Verhaltenskodex für die Anbieter

Die in der niederländischen Landeshauptstadt Amsterdam ansässige Global Gambling Guidance Group [Seite auf Englisch] setzt sich nach eigenen Angaben aus einer Gruppe von Experten im Bereich Spielsucht und verantwortungsbewusstes Glücksspiel zusammen.

Um sich für eine Zertifizierung zu qualifizieren, müssen Glücksspiel-Konzerne den umfangreichen Verhaltenskodex der G4-Experten befolgen. Dieser enthält eine Vielzahl einzuhaltender Standards:

  • Die Anbieter müssen über eine gültige Glücksspiel-Lizenz verfügen.
  • Sie dürfen es Spielern nicht ermöglichen, auf Kredit zu spielen.
  • Spieler müssen aktiv auf die Risiken von Glücksspiel hingewiesen werden und sich selbst vom Glücksspiel ausschließen können.
  • Anbieter müssen die EU-Richtlinien zur Geldwäsche-Prävention vollumfassend umsetzen.
  • Glücksspiel-Werbung sowie Anreize und Boni dürfen nicht übermäßig präsent sein.
  • VIP-Spieler und High Roller müssen besonders in Bezug auf Anzeichen problematischen Spielverhaltens beobachtet werden.
  • Die Privatsphäre der Kunden muss durch sichere Datenspeicherung gewährleistet werden.
  • Anbieter müssen über geregelte Systeme zur Lösung von Konflikten und Disputen mit Kunden verfügen.
  • Es muss eine Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten und Spielsucht-Experten bestehen.

Obwohl die G4-Prüfungen freiwillig sind und es sich nicht um eine staatliche Prüfstelle handelt, bemühen sich die größten Glücksspiel-Unternehmen Europas regelmäßig um den Erhalt des Zertifikates. Zu den Zertifikat-Trägern aus Deutschland zählen neben den Merkur Spielbanken auch die Spielbank Berlin, Löwen Entertainment und Admiral.