, 18.02.2020

In Goa sorgt das jüngst veranlasste Casino-Verbot für Unmut unter Betreibern und Spielern. Die Regierung hatte Einheimischen Ende Januar untersagt, in den Casinos zu spielen. Daraufhin kam es nun zu Randalen und Festnahmen.

 

Das strikte Vorgehen der regionalen Behörden gegen das Glücksspiel hat für Unruhe im Urlaubsparadies an der indischen Westküste gesorgt. Neben verbaler Kritik kam es nun in einem Casino zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Spielern und Personal.

Goas Ministerpräsident Pramod Sawant hatte das Verbot zum 1. Februar erlassen. Er wolle die Bevölkerung vor den Gefahren des Glücksspiels besser schützen, so seine Erklärung. Kritiker werfen dem 46-jährigen Politiker jedoch vor, auf diese Weise indirekt das illegale Glücksspiel zu unterstützen, da einheimische Spieler auf lizenzlose Casinos ausweichen würden.

Ende letzter Woche wurde die Polizei in den Norden Goas gerufen, als aus dem La Calypso Hotel ein handfester Streit gemeldet wurde. Verantwortlich war eine Gruppe von mehreren Dutzend Personen, die das Casino gegen 3:30 Uhr nachts betreten hatten.

 

Dort begannen sie nach Medienangaben, die Bediensteten sowie einige der rund 300 anwesenden Gäste zu attackieren. Die daraufhin eilig herbeigerufene Polizei traf kurz darauf am Schauplatz des Geschehens ein.

 

Casino-Direktor als Urheber?

Bei dem Einsatz seien 15 bis 38 der Eindringlinge verhaftet worden. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen einige von ihnen für einen örtlichen Sicherheitsdienst arbeiten.

 

Zudem soll sich unter den Verhafteten auch der Direktor des Casinos, Kaushal Khanna, befunden haben. Dieser hatte das Etablissement angeblich zuvor an den Betreiber Atlantis Entertainment untervermietet.

 

Nachdem dieses Mietverhältnis im Januar endete, habe sich Atlantis Entertainment jedoch geweigert, das Casino zu verlassen. Dies nährt unter Goas Medien Spekulationen, dass Khanna den Aufstand selbst angezettelt haben könnte, um auf diese Weise das Casino zurückzubekommen.

 

Anfang der Woche stellte Atlantis Anzeige gegen Khanna. Darin beschuldigt das Unternehmen den Casino-Direktor, während der Unruhen Bargeld und Spielchips im Wert von umgerechnet 2,5 Mio. Euro entwendet zu haben.

 

Khanna bestritt die Vorwürfe und jede Beteiligung an dem Angriff auf das Casino. Aufgrund der schweren Anschuldigungen lehnte ein örtliches Gericht seinen Antrag auf Freilassung auf Kaution jedoch ab. Somit bleibt der Verdächtige mindestens zehn Tage in Haft.

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