, July 24, 2018

Japans Premierminister Shinzo Abe

Japans Premierminister Shinzo Abe und seine Regierung haben das neue Casino Gesetz verabschiedet (Bild: cnas.org)

In Japan wurde trotz großer Proteste ein neues Casino Gesetz verabschiedet, das das bisher geltende Recht wesentlich glücksspielfreundlicher gestaltet. Es wurde am Freitag trotz einem in letzter Minute eingereichten Misstrauensvotum gegenüber der Regierung von Premierminister Shinzo Abe mit einer Mehrheit von 166 zu 72 beschlossen.

 

Bei dem Gesetz handelt es sich um die sogenannte „Integrated Resorts (IR) Implementation Bill“. Diese erlaubt es erstmalig, landbasierte Casino-Resorts im Land zu bauen und zu betreiben. Kritiker befürchten ein Umsichgreifen von Spielsucht in Japan. Für Japaner gelten jedoch strenge Auflagen und Kostenvorschriften, die auf Touristen nicht in gleicher Weise zutreffen.

 

Japan erlaubt drei neue integrierte Casino-Resorts

Bereits seit 2016 wird in Japan über die Legaisierung von Casinos beraten. Bis dato gibt es dort noch keine integrierten Casino-Resorts mit angeschlossenem Hotel, Einkaufsmöglichkeiten und anderen Extras, so wie sie etwa in Macau oder Las Vegas gang und gäbe sind. Um mit diesen Regionen mithalten zu können und attraktiver für Touristen zu werden, soll die Glücksspiellandschaft in Japan nun mit dem neuen Gesetz aufgewertet werden. Insgesamt ist der Bau von drei integrierten Casino-Resorts vorgesehen.

 

Aber nicht nur ausländische Touristen sollen mit den neuen Resort-Casinos auf Japan aufmerksam werden, auch Investoren stehen im Fokus der Politik. Ein weiterer positiver Nebeneffekt sei die Wiederbelegung der regionalen Wirtschaft, so die Hoffnung der Regierung.

Weniger kontrovers als die IR Bill: Neue Godzilla-VR-Attraktion kommt nach Osaka

Godzilla im neuen Trailer

Godzilla im neuen Trailer (Bild: gamestar.de)

Das große Thema der VR-Attraktion ist die Monsterechse Godzilla. Passend zum für 2019 angekündigten Blockbuster Godzilla 2 soll die neue Location es Besuchern ermöglichen, in Teams von bis zu vier Spielern als Hubschrauberpiloten gegen das Ungetüm zu kämpfen und dabei die Zerstörung Tokios zu verhindern.

 

Im Kampf gegen das riesige Reptil stehen den Spielern zahlreiche Waffen zur Verfügung. Mithilfe von topmodernen VR Headseats, bewegungssensiblen Sitzen und neuartigen Controllern soll die Attraktion so authentisch wie möglich gestaltet werden.

 

Betreiber ist Bandai Namco, ein japanischer Entwickler von Videospielen und anderen Unterhaltungsmedien.

Zuspruch aus dem Ausland

Das neue Casino-Gesetz in Japan stellt einen wichtigen Schritt in Richtung auf einen freien und sich öffnendem Glücksspielmarkt dar. Da kommt es wenig überraschend, dass die Branchenstimmen aus dem Ausland sehr positiv ausfallen. Die American Gaming Association (AGA) ließ am Freitag beispielsweise das Folgende verlauten:

„Japan hat heute einen gigantischen Schritt dahin gemacht, seine Wirtschaft zu stärken, das Interesse international Reisender zu wecken und eine stringente Glücksspielregulierung einzusetzen, die die Spieler schützt und kriminelle Aktivitäten verhindert. In den kommenden Jahren werden auch die japanischen Provinzen verstehen, welche Vorteile durch integrierte Resorts entstehen, die bereits zahlreiche Reiseziele auf der ganzen Welt aufgewertet haben. Die Glücksspielbranche freut sich, Japan beim Erreichen seiner Wirtschaftsziele zu unterstützen und zusammen mit der Regierung und der Bevölkerung Japans einen international wettbewerbsfähigen Glücksspielmarkt und die dazugehörigen Regulierungsvorschriften zu erschaffen.“

Demonstration vor Parlamentsgebäude

Entgegen dem Beifall aus dem Ausland ist die japanische Bevölkerung weniger angetan von dem neuen Gesetz. Als der Entwurf am Freitag in der Hauptstadt Tokio beschlossen wurde, protestierten vor dem Regierungsgebäude mehrere besorgte Bürger und Rechtswissenschaftler.

 

Die Demonstranten sehen in der IR Bill eine Gefahr für Menschen, die für Spielsucht anfällig seien. Zwar werde der Punkt Glücksspielsucht und Spielerschutz in dem Gesetz auch berücksichtigt, jedoch bei Weitem nicht auf ausreichende Art und Weise. So würden etwa die weitreichenden Folgen für Familien und Angehörige von Betroffenen außer Acht gelassen.

 

Das wirtschaftliche Wohl des Staates und einzelner Investoren über das gesundheitliche Wohl der Gesellschaft zu stellen, sei inakzeptable, so die Kritiker.

 

Für Japaner gelten strengere Regeln als für Touristen

Um das Risiko der Entwicklung einer Spielsucht in Japan so gering wie möglich zu halten, hat das Parlament gewisse Regeln in den Gesetzesentwurf aufgenommen. So ist der Zutritt zu einem Casino für Japaner auf drei Besuche pro Woche beschränkt. In einem Monat dürfen sie maximal zehn Mal ein Casino aufsuchen. Bei jedem Besuch müssen sie sich zudem mit einer ID-Card ausweisen.

 

Auch mit Hinblick auf die Eintrittspreise hat die Regierung versucht, einen Mechanismus zur Abschreckung einzubauen. So fällt für Japaner bei jedem Casinobesuch ein Eintrittspreis von umgerechnet rund 45 Euro an. Ausländer und Touristen sind davon nicht betroffen.

 

Schätzungen zufolge leiden derzeit rund 3,2 Millionen Japaner unter einem problematischen Spielverhalten. Dies entspricht bei einer Gesamtbevölkerung von 127 Millionen Menschen etwa 2,5 %.