, 19.10.2020

Der niederländische Arcade-Spielhallen-Betreiber Family Entertainment Center (FEC) plant, Glücksspielautomaten aus seinen Hallen zu verbannen. Medienberichten zufolge habe der Betreiber dies der niederländischen Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA, Seite auf Niederländisch) in der vergangenen Woche mitgeteilt.

 

Der Ankündigung zufolge wolle das Unternehmen ab sofort keine neuen Glücksspielautomaten mehr anschaffen. Alle übrigen Geräte sollen bis 2030 ausgemustert werden.

Die Ankündigung des Spielhallen-Betreibers folgt auf neue Erkenntnisse zum Glücksspiel unter Minderjährigen, welche die KSA im Juni veröffentlicht hat. Eine zuvor durchgeführte Studie hatte ergeben, dass 23 % der 16- bis 17-Jährigen zwischen April 2018 und April 2019 an Glücksspielen teilgenommen hätten. 8 % der Jugendlichen hätten erklärt, an Spielautomaten gespielt zu haben.

Zugang zu Spielautomaten für Jugendliche erschweren

 

Hintergrund des Vorhabens sei, den Jugendschutz zu erhöhen. Die Arcade-Hallen seien für Familien und Kinder zugänglich. Die Mehrheit der verfügbaren Spiele, darunter Air Hockey, Flipper und Spiele mit virtueller Realität, sei für Minderjährige zugelassen.

 

Die Glücksspielautomaten seien theoretisch auch für die minderjährigen Besucher der Hallen zugänglich. Per Gesetz dürften sie nicht an den Automaten spielen. Sicherzustellen, dass kein Minderjähriger auf die Geräte zugreife, sei jedoch aufgrund der zunehmenden Zahl solcher Unterhaltungsetablissements schwierig, so FEC.

 

In diesem Zusammenhang kritisiere die KSA das Gesetz aus dem Jahr 1964, welches das Aufstellen von Glücksspielautomaten in Familien-Arcadehallen erlaube. Das Gesetz in dieser Form reiche nicht aus, den Jugendschutz zu gewährleisten:

FEC Netherlands plädiert für eine Änderung der Gesetzgebung, so dass (…) Glücksspielautomaten nicht mehr erlaubt sind. Die KSA unterstützt dieses Plädoyer.

Geschicklichkeitsspiele, bei denen ein Spieler materielle Preise gewinnen kann, sollen weiterhin in den Hallen angeboten werden.

 

FEC betreibe rund 70 % der niederländischen Arcade-Hallen. Der Vorstoß des Unternehmens könnte daher Vorbildfunktion für andere Betreiber haben. Das Unternehmen habe seine Lieferanten und andere Anbieter dazu aufgerufen, seinem Beispiel zu folgen.