, 01.12.2020

Der österreichische Spielerschutz-Verein Spielerhilfe hat gestern angekündigt, eine eigene Spielersperre einrichten zu wollen. Dabei werde es sich um die Online-Plattform spielersperre.at handeln, auf der sich betroffene Spielsüchtige bei allen österreichischen Glücksspielanbietern sperren lassen könnten.

 

Funktion einer landesweiten Sperrdatei

 

Wie der Verein Spielerhilfe betont, sei eine österreichweite Sperrdatenbank für Spielsüchtige bereits 2010 in den Glücksspielgesetzen verankert worden. An der Umsetzung habe es bislang allerdings gemangelt.

Laut Angaben der österreichischen Fachstelle Glücksspielsucht ist eine Selbstsperre derzeit über Sperrformulare bei den jeweiligen Anbietern, ADMIRAL, Jokers, Panther Gaming und Casinos Austria, möglich. Bei Casinos Austria könne zudem ein Antrag auf Besuchsbeschränkung gestellt werden. Selbstsperren mit Zutrittsverboten, so weist die Fachstelle hin, seien dabei zwar eine hilfreiche Unterstützung in der Behandlung der Spielsucht, sie allein seien aber nicht ausreichend. Zusätzlich bedürfe es weiterer Hilfsmaßnahmen.

Über die Registrierung beim Sperrregister sollen Betroffene nun die Möglichkeit haben, sich zentral für alle Glücksspielanbieter im Land sperren zu lassen. Hierfür sei ein Video-Identity-Check und ein Online-Konto auf der Plattform erforderlich. Die Spielersperre sei dann sowohl für das Online-Glücksspiel als auch in den stationären Glücksspieleinrichtungen möglich.

 

Christoph Holubar, Sprecher des Vereins Spielerhilfe, erklärte:

Das Einzige, was uns hier interessiert, ist funktionierender Spielerschutz. Es genügt nicht, wenn die jeweiligen Regierungsparteien, Finanzministerium und Glücksspielbetreiber ständig und über viele Jahre hinweg betonen, wie gut angeblich Schutzmechanismen im Bereich des Glücksspiels in unserem Land funktionieren. Fakt ist, dass es bis heute keinen effektiven Spielerschutz in Österreich gibt. Die angekündigte Lösung der Spielerhilfe stellt eine enorme Verbesserung des derzeitigen Schutzniveaus dar.

Sobald die Betroffenen die Selbstsperre auf der Plattform vorgenommen hätten, werde diese rechtlich geprüft und an alle Betreiber im Land gemeldet. Die Spielerhilfe überwache mögliche Verstöße. Sollten Spielersperren nicht umgehend greifen, werde diesen Verstößen von Juristen nachgegangen.

 

Der neue Online-Service habe damit den Effekt einer österreichweiten Sperrdatenbank für Glücksspielsüchtige. Um diese zu erreichen und über die Möglichkeiten der Spielersperre zu informieren, wolle man flächendeckende Werbung in den sozialen Medien und auf Google schalten.

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