, 11.11.2020

Das Landtagskabinett von Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag nach einer Initiative der Landtagsfraktionen beschlossen, dass künftig mehr durch Glücksspiel eingenommenes Geld an gemeinnützige Organisationen fließen soll. Die Abgabe werde um 13 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro erhöht, heißt es in einer Mitteilung der CDU und FDP.

 

Die Abgaben seien seit 2014 nicht mehr angepasst worden, lautet es in der Erklärung. Angesichts der steigenden Glücksspiel-Umsätze und den zu erwartenden Mehreinnahmen durch die Glücksspiellizenzen von WestLotto im Jahr 2021 sei eine Erhöhung folgerichtig gewesen.

 

Mit Rückgängen werde nicht gerechnet. Im Haushaltsplanentwurf für das kommende Jahr sei dies entsprechend berücksichtigt worden. Die Fraktionsvorsitzenden Bodo Löttgen (CDU) und Christof Rasche (FDP) kommentieren:

Von den Abgaben aus dem Glückspiel profitieren Sportverbände, die Kunststiftung des Landes, der Naturschutz, Stiftungen für Heimat- und Kulturpflege und die Wohlfahrtspflege. Die Bedeutung dieser sogenannten Destinatäre für ein lebenswertes Nordrhein-Westfalen ist außerordentlich hoch. […]

Mehr Geld für Sport, Jugend und Naturschutz durch Glücksspiel-Einnahmen

Ab kommendem Jahr sollen 100 Mio. Euro, die mit Rubbellosen, Oddset-Wetten, Fußball-Toto oder dem Spiel 77 eingenommen werden, an gemeinnützige Organisationen fließen.

 

Auf diese Weise solle die gute und wichtige Arbeit der Empfänger gewürdigt werden, insbesondere im Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeiten, kommentieren Löttgen und Rasche in ihrem Statement.

Wohin fließen die staatlichen Glücksspiel-Einnahmen?

 

Im Jahr 2019 investierten die Spieler in Nordrhein-Westfalen knapp 1,59 Milliarden Euro in die staatlichen Glücksspiel-Produkte. Deutschlandweit betrugen die Umsätze des Deutschen Lotto- und TOTO-Blocks (DLTB) knapp 7,3 Milliarden Euro. Wohin die Gelder fließen, ist im Glücksspielstaatsvertrag festgelegt:

  • 50 % fließen in die Gewinnausschüttung für die Spieler
  • 12 % sind als Provision für Annahmestellen und Vertriebspartner sowie laufende Betriebskosten eingeplant.
  • 17 % beträgt die Lotteriesteuer.
  • 23 % gehen an gemeinnützige Organisationen aus den Bereichen Sport, Kultur, Soziales, Umwelt- und Denkmalschutz.

Der Beschluss des Landtagskabinett NRW kommt nur wenige Wochen nach der jüngsten Preisanpassung für LOTTO 6 aus 49. Pro Tippfeld müssen die Spieler seit dem 23. September 1,20 Euro statt 1 Euro zahlen.

 

Für die Spieler werde dies eine höhere Gewinnausschüttung bedeuten. Nach Angaben des DLTB werde sich der Jackpot nun häufiger im zweistelligen Millionenbereich bewegen. Doch auch die gemeinnützigen Organisationen und die Staatskasse dürften von der Einsatzerhöhung profitieren.

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