, 20.12.2019

Am Donnerstag meldete die Deutsche Presse Agentur, dass das klassische Lotto „6 aus 49“ ab Herbst 2020 teurer werden wird. Während sich viele Lottospieler darüber ärgern dürften, pro Tippfeld künftig 20 % mehr zahlen zu müssen, soll es jedoch auch einige positive Änderungen für die Kunden geben.

 

Höhere Kosten, höhere Gewinne

Lotto ist in Deutschland seit Jahrzehnten das beliebteste und am meisten gespielte Glücksspiel überhaupt. Erwachsene aller Altersklassen und Berufsgruppen geben regelmäßig ihre Tipps ab und hoffen dabei auf den ganz großen Jackpot.

 

Ab nächstem Jahr jedoch müssen deutsche Lottospieler tiefer in ihre Taschen greifen, um ihre gewohnten „6 auf 49“ Spielreihen im Mittwochs- und Samstagslotto abzugeben.

 

Der Preis pro Tippfeld soll demnach im Herbst 2020 von 1 Euro auf 1,20 Euro erhöht werden. Das entspricht einer Preissteigerung um satte 20 %. Je nach Bundesland fällt darüber hinaus noch die jeweilige Bearbeitungsgebühr der Lottoannahmestelle an.

 

Um potentiell darüber aufgebrachte Lotto-Stammkunden zu beschwichtigen, soll es jedoch noch weitere Änderungen geben, über welche diese sich eher freuen dürften.

 

So sollen häufiger als bisher Gewinne im Millionenbereich ausgeschüttet werden, wenn ein glücklicher Tipper sechs Richtige hat. Die zuvor dafür nötige Superzahl soll dabei keine Rolle mehr spielen.

Das deutsche Lotteriemonopol befindet sich seit den 1950er Jahren in der Hand des Deutschen Lotto- und Totoblocks, welcher heute in der gesamten Bundesrepublik knapp 25.000 Lottoannahmestellen leitet. Der Block ist ein Bündnis aus den Lotteriegesellschaften aller 16 Bundesländer und garantiert einheitliche Quoten und Gewinnchancen im gesamten Bundesgebiet. Zu den Produkten zählen neben dem klassischen Lotto auch die Spiele ODDSET, Toto, Keno und die Glücksspirale.

Eine weitere Änderung betrifft die automatische Ausschüttung des Jackpots. Bisher sahen die Lottoregelungen vor, dass dieser automatisch nach 13 Ziehungen ausgeschüttet wird, egal in welcher Höhe sich der Jackpot-Gewinn befindet.

 

In Zukunft jedoch soll der Jackpot erst dann ausgeschüttet werden, wenn dieser eine Höhe von mindestens 45 Mio. Euro erreicht.  Die allgemeinen Gewinnchancen (1 zu 140 Mio.) werden von den Änderungen nicht betroffen sein.

 

Wer profitiert von der Preiserhöhung?

Die jährlich generierten Umsätze aus dem deutschen Lotto sind seit vielen Jahren sehr stabil. Im Jahr 2018 erzielte der Deutsche Lotto- und Toto-Block insgesamt 7,36 Mrd. Euro Umsatz.

 

Lottoquittung zwei Hände

Seit Jahren stabile Umsätze (Bild: Flickr/Lotto Baden-Württemberg)

In den zehn Jahren davor schwankten die Jahresumsätze nur minimal mit einem Höchststand von 7,8 Mrd. im Jahr 2017 und einem Tiefststand von 6,4 Mrd. Euro im Jahr 2012.

 

Da ein Großteil der erzielten Einnahmen des Blocks durch das Spiel „6 aus 49“ erwirtschaftet wird, könnte die Preiserhöhung in den nächsten Jahren für einen sichtbaren Gesamtanstieg der Umsätze sorgen.

 

Davon würden längst nicht nur die Lotteriegesellschaften der Länder selbst profitieren. Diesen fällt letztendlich nämlich nur ein geringer Teil der Gesamteinnahmen zu. Derzeit sieht die gesetzlich festgelegte Gewinnaufteilung wie folgt aus:

 

  • 50 % der Einnahmen müssen nach dem Totalisatorprinzip an die Spieler in Form von Gewinnen ausgeschüttet werden
  • 23 % fließen in Form von Konzessionsabgaben in die Staatskassen
  • 16,7 % werden als Lotteriesteuer in den allgemeinen Länderetat eingezahlt
  • 7,5 % geht in Form von Gehältern an die Betreiber und Mitarbeiter der Lottoannahmestellen
  • 2,8 % fallen in Form von Verwaltungskosten der Lottogesellschaften an

 

Wie auch in anderen Ländern kommt auch die deutsche Lotterie direkt wohltätigen Zwecken zugute. Ein großer Teil der Konzessionsabgaben muss nämlich per Gesetz in Projekte investiert werden, die sich mit Sportförderung, Umwelt, Jugend oder Kunst befassen.

 

Sollten sich die deutschen Lottospieler von der Preiserhöhung nicht vom Spielen abhalten lassen und somit der Gesamtumsatz des Deutschen Lotto- und Toto-Blocks steigen, profitieren also auch die Bundesländer und die von ihnen geförderten Projekte.