Dienstag, 18. Januar 2022

Trotz niedriger Jackpots: Deutscher Online-Lotto-Betreiber Zeal meldet Wachstum

Jonas Mattsson Finanzvorstand Zeal Lotto24|Lotto24 Endgeräte Computer Tablet Laptop Smartphone

Der deutsche Online-Lotto-Betreiber Zeal Network SE vermeldet ein bislang erfolgreiches Geschäftsjahr 2021. Wie das Unternehmen, zu welchem die Lotto-Marken Lotto24 und Tipp24 gehören, in seiner heutigen Pressemeldung berichtet, seien Transaktionsvolumen (+5 %) und Umsatz (+1 %) im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.

Mega-Jackpots im Jahr 2021 bislang rar

Besonders erfreulich sei das Betriebsergebnis aufgrund der „schwächeren Jackpot-Lage“ in den ersten neun Monaten dieses Jahres. So konnte der Eurojackpot bislang lediglich dreimal auf 90 Mio. Euro ansteigen. Im Vorjahr geschah dies doppelt so häufig.

Beim deutschen Lotto 6aus49 ein ähnliches Bild: Während die Zwangsausschüttungsmarke von 45 Mio. Euro 2020 dreimal erreicht wurde, geschah dies im Jahr 2021 bislang noch gar nicht.

Der Online-Lotterie-Anbieter Zeal Network SE wurde im Jahr 1999 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Hamburg. Die ersten Jahre nach seiner Gründung arbeitete Zeal zunächst als Lottovermittler für die staatlichen Lotto-Gesellschaften Deutschlands, von denen das Unternehmen Vermittlungsprovision kassierte.

Im Jahr 2009 schlug das Unternehmen dann eine andere Richtung ein, verlegte seinen Sitz nach London und fokussierte sich mit der Marke Tipp24 auf den Betrieb von Zweitlotterien. Diese sind in Deutschland nicht legal.

2019 übernahm Zeal dann die deutsche LOTTO24 AG und wandelte seine Zweitlotterie Tipp24 wieder in eine Lotto-Vermittlung für die staatlichen deutschen Lotterien um. Der Firmensitz befindet sich seither wieder in Deutschland.

Weniger Neukunden, höheres Transaktionsvolumen

Jonas Mattsson Finanzvorstand Zeal Lotto24

Finanzvorstand Jonas Mattsson spricht von einem positiven Zwischenresultat (Bild: Lotto24)

Wie Zeal erklärt, wirke sich die Höhe der Jackpots im Allgemeinen direkt auf die Spielbereitschaft der Kunden aus. Höhere Jackpots führten dazu, dass mehr Menschen ihr Glück versuchten, oft zum ersten Mal in ihrem Leben.

Das Jahr 2021 scheine nun jedoch eine Ausnahme zu bilden. Trotz des insgesamt „ungünstigen Marktumfelds“ habe das Unternehmen im Jahr 2021 bislang 446.000 Neuregistrierungen von Kunden verzeichnet.

Obwohl die Zahl mit 787.000 Neukunden im Jahr 2020 deutlich höher gewesen sei, sei dies ein erfreuliches Ergebnis. So sei das Transaktionsvolumen der Zeal Gruppe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nämlich dennoch um 5 % angestiegen (von 471,8 Mio. Euro auf 493,2 Mio. Euro).

Für den Umsatzerlös entspreche dies einem Anstieg von 64,5 Mio. Euro im Jahr 2020 auf 65,1 Mio. Euro im Jahr 2021 (+ 1 %). Die Bruttomarge sei mit 12,2 % stabil geblieben.

Einsparungen bei Personal und Werbung

Positiv auf das Gesamt-Geschäftsergebnis hätten sich auch diverse Einsparungen ausgewirkt. Im Zusammenhang mit den niedrigeren Jackpots seien beispielsweise die Marketing-Kosten von 25,3 Mio. Euro (2020) auf 18,6 Mio. Euro (2021) gefallen.

Gleichzeitig habe der Konzern seinen Personalaufwand von 16,6 Mio. Euro auf 14,5 Mio. Euro und seine sonstigen Betriebskosten von 43 Mio. Euro auf 33,2 Mio. Euro senken können.

Finanzvorstand Jonas Mattsson kommentiert:

Die Tatsache, dass es uns gelungen ist, trotz einer deutlich schwächeren Jackpot-Entwicklung im Vorjahresvergleich weiter zu wachsen und gleichzeitig die Profitabilität deutlich zu verbessern, macht uns stolz. Außerdem zeigt es, dass wir die richtigen Maßnahmen ergriffen haben, indem wir die Marketinginvestitionen angepasst und eine starke Kostendisziplin eingeführt haben, um der Marktrealität gerecht zu werden.

Das Geschäftsmodell von Zeal solle auch weiterhin flexibel bleiben, so Mattsson weiter. Dadurch sollten auch zukünftig Marktchancen genutzt und der Betrieb an ein stets dynamisches Umfeld angepasst und optimiert werden.