, 19.05.2021

In der österreichischen Hauptstadt Wien soll es künftig mehr Angebote zum Spielerschutz und der Bekämpfung von problematischem Glücksspiel geben. Die Wiener Organisation Social City Wien startet dazu nun gemeinsam mit dem österreichischen Sportwettenverband (OSWV) eine neue Initiative unter dem Titel „Fair Game, Safe Gain“ (faires Spiel, sicheres Gewinnen).

 

Wie Social City Wien am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat, handle es sich bei „Fair Game, Safe Gain“ um eine neue Online-Plattform, auf welcher Experten auf dem Gebiet der Spielsuchtprävention zusammengebracht werden sollen.

 

Die Experten sollen ihre Praxiserfahrungen und ihr „Knowhow“ einbringen, um ein gebündeltes Konzept präventiver Maßnahmen zu erstellen. Das Ergebnis sollen „zielgruppenorientierte Informationen“ zum Thema Spielsucht und deren Prävention und Bekämpfung sein. Wichtig sei dabei die Einbindung aller relevanten Stakeholder, insbesondere aus der Industrie. Das sogenannte RENO Model der Harvard Medical School solle dafür herangezogen werden.

Das RENO Model, nach der US-amerikanischen Glücksspielstadt Reno benannt, wo es 2004 entwickelt wurde, spricht der Glücksspielindustrie die größte Verantwortung für Spielsuchtprobleme und deren Vorbeugung zu. Das Modell enthält daher einige Richtlinien für die Branche. Dazu zählt, dass die Stakeholder der Branche…

  • sich verpflichten, sich für die Reduktion von Glücksspiel-bedingten Schäden einzusetzen.
  • untereinander sowie mit den zuständigen Behörden kooperieren, die sich für die Verminderung der Schäden einsetzen.
  • sich auf wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Spielsucht und Prävention stützen und darauf basierend Maßnahmen ergreifen.
  • die von ihnen etablierten Spielerschutz-Maßnahmen kontinuierlich überwachen, evaluieren und verbessern.

Wien als Vorreiter im Verantwortungsvollen Glücksspiel

Wie Social City Wien erklärt, solle die neue Plattform „einen dauerhaften Prozess einleiten mit dem Ziel, Wien als Vorreiter und Pilotregion für das Thema Responsible Betting und Spielerschutz zu implementieren“. Die Kooperation zwischen dem Sportwettenverband und der Organisation begann bereits im Februar mit einer Aufklärungsinitiative im Rahmen des Projektes „Stadtmenschen Wien“.

 

In Zusammenarbeit mit dem Wiener Hilfswerk organisierten der OSWV und Social City Wien Sprechstunden für Menschen, die in irgendeiner Weise direkt oder indirekt von Spielsucht-Problemen betroffen sind. Die Organisation erklärte zu jener Zeit:

Wettsucht ist unbestritten ein Problem, konnte aber noch in keiner Gesellschaft verhindert werden. Daher sind niederschwellige Angebote, wie sie die Stadtmenschen darstellen, wichtig: Sie zeigen Wege aus der Sucht, auch wenn die Betroffenen sie – mangels tieferer Erkenntnis – noch nicht beschreiten.

Der OSWV fügte hinzu, dass er nachhaltiges Engagement für wichtig erachte und sich seiner eigenen sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung dabei bewusst sei. Mit der neuen Initiative „Fair Game, Safe Gain“ scheint der Verband in Bezug auf sein fortlaufendes Engagement Wort zu halten.