Mittwoch, 28. September 2022

Wegen Online-Casino-Schließung: bet-at-home wickelt Tochter­gesellschaft ab

Logo bet-at-home vor Fahne von Österreich Der Anbieter schloss sein Online-Casino in Österreich im Oktober (Bilder: bet-at-home, Pixabay)

Der Glücksspielkonzern bet-at-home hat die Abwicklung seiner maltesischen bet-at-home.com Entertainment Ltd erklärt. Die wesentliche Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sei der Betrieb des Online-Casinos in Österreich gewesen. Nachdem bet-at-home im Oktober sein Online-Casino in Österreich eingestellt habe, habe diese ihren Unternehmenszweck verloren.

Schließung aufgrund schwieriger Rechtslage

Die Schließung des österreichischen Online-Casinos hatte der in Malta lizenzierte Glücksspielanbieter am 18. Oktober bekanntgegeben. Als Grund für diesen Schritt hatte er die aktuelle Rechtsprechung österreichischer Gerichte genannt. Diese schütze den Anbieter nicht ausreichend vor den millionenschweren Klagen einzelner Spieler, die ihre Einsätze zurückforderten.

Der Vorstand sei zu dem Entschluss gekommen, dass eine wirtschaftliche Fortführung der Tochtergesellschaft vor diesem Hintergrund nicht möglich sei. Das Unternehmen beruhigte in der gestrigen Meldung zugleich seine Kunden:

Spielerguthaben von Kunden sind keinesfalls von der Abwicklung der bet-at-home.com Entertainment Ltd. betroffen.

Für diese solle nun mangels positiver Fortführungsprognose ein gerichtliches Abwicklungsverfahren durchgeführt werden. Sie sei nicht mehr in der Lage, ihre Verbindlichkeiten durch bestehende oder eigenständig generierte Mittel zu bedienen.

Abwicklung der Entertainment Ltd. folgenlos für Kernmärkte

Die bet-at-home.com AG erwarte durch die Abwicklung der Entertainment Ltd. keine wesentlichen Auswirkungen auf die laufende Geschäftstätigkeit. Sie habe auch keine Folgen für die bestehenden geschäftlichen Aktivitäten in Kernmärkten wie Deutschland oder Irland. Auch das Geschäft mit Sportwetten in Österreich sei von dem Aus nicht betroffen.

Neben der Schließung der Gesellschaft auf Malta hat der Ausstieg aus dem Online-Casino- Geschäft in Österreich auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter des Glücksspielanbieters. So eröffnete ihnen die Unternehmensleitung Mitte Dezember, dass am Standort Linz 65 Stellen abgebaut werden.

Das Management hatte sich dabei zuversichtlich gezeigt, dass die Betroffenen aufgrund ihrer hervorragenden Expertise in der Branche leicht wieder einen Job finden werden. Zugleich hatte sie erklärt, dass bet-at-home mit den verbliebenen rund 200 Mitarbeitern ideal für die Erreichung künftiger Geschäftsziele aufgestellt sei.

In seiner Erklärung vom Mittwoch betonte bet-at-home, dass es die österreichische Glücksspielregelung nach wie vor für europarechtswidrig erachte. Es sei trotzdem nicht absehbar, wann das Unternehmen das Geschäft mit Online-Casinos in dem Alpenland wieder aufnehme. Die Unternehmensleitung hob hervor, dass sie an der Erschließung neuer Märkte arbeite, um das künftige Wachstum der Gruppe sicherzustellen.